Bericht des Vorstandes für die Zeit vom 23. 10. 2007 bis 11. 11. 2008

Im Herbst dieses Jahres sind zwei langjährige Mitglieder und gute Freunde gestorben – Maarten Thiel, der einer unserer Rechnungsprüfer war, und Walter Spötter, der zu den Mitbegründern des forums gehörte und über viele Jahre im Vorstand mitwirkte. Wir werden Ihnen ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Zeit seit der vorigen Mitgliederversammlung war ereignisreich.

Der für die Öffentlichkeit wichtigste Termin war der Neustart des Lasers am 16. 11. 2008, die wir mit großem Zuspruch als eine gelungene „Eigentümerversammlung“ im AOK-Treppenhaus auf drei Ebenen feiern konnten.

Bei dieser Gelegenheit konnten wir zwölf neue Mitglieder gewinnen: Karin Große-Mohr und Ulrich Große, Renate Klipper und Dr. Martin Hoppe-Klipper, Angela Landgrebe, Michael Oelemann, Dr. Klaus Ostermann, Uschi und Rainer Rübel, Kerstin und Dr. Uwe Thon und Matthias Wilke/Purzet. Später konnten wir noch Rein Wolfs, Hans Eichel und Udo Corts als Mitglieder gewinnen, so dass wir die 60er-Marke erreichten. Ausgetreten ist im Laufe dieses Jahres Thomas Wessel. Es wäre schön, wenn die Öffnung des documenta forums weiterginge und wir zusätzliche neue Mitglieder gewinnen könnten, um unseren Aktionen und Argumenten noch mehr Gewicht zu verleihen. Auch brauchen wir mehr Mitglieder, die gelegentlich – wie bei der Museumsnacht – aktiv unterstützen.

Die Laser-Installation beschäftigte uns mehr als uns lieb war. Hier gilt der besondere Dank Hans Brinckmann, der immer wieder aktiv werden musste, weil zahlreiche Probleme zu lösen waren. Erst hatte es gedauert, bis die Projektion stabil war, dann traten im Laufe dieses Jahres immer wieder Störungen am Laser auf dem Orangerie-Dach auf und schließlich hatte der Laser im Zwehrenturm einen so starken Leistungsabfall, dass das Gerät ausgebaut und in Berlin überprüft werden musste. Rechtzeitig zur Museumsnacht konnte der Orangerie-Laser neu installiert werden. Der Laser im Zwehrenturm blieb allerdings in seiner Leistung unbefriedigend. Deshalb wurden nde Oktober mit Herrn Lauschmann und dem Team Sollinger verschiedene Laser-Typen ausprobiert. Die überzeugendste Projektion bescherte der stärkste Laser mit einer 10-Watt-Leistung.

Außerdem kümmerten sich Hans Brinckmann und Klaus Pfromm um die Herrichtung des Laser-Raumes im Zwehrenturm: Die alten Gerätschaften sind raus, der Fußboden ist wiederhergestellt, und ein neuer Anstrich sowie ein Teppichboden geben dem Raum ein einladendes Aussehen. Die Firma SMA, die gelegentlich Kunden dort hinführen will, hat sich bereit erklärt, bei der Möblierung zu helfen. Sobald dies erledigt ist, können wir auch mal zum Jour fixe in den Zwehrenturm einladen.

Im Zentrum unserer Aktivitäten standen kulturpolitische Beratungen, Erklärungen und Konzepte im Zusammenhang mit dem Masterplan der Stadt und der erklärten Absicht, das documenta Archiv in die documenta-Halle zu verlagern und das Dock 4 für die Freie Szene freizuhalten.

In einem Brief, den der erweiterte Vorstand mit Hans Eichel erarbeitete, wurden der documenta-Aufsichtsrat und der Kulturdezernent auf die dringende Notwendigkeit hingewiesen, dass die documenta 13 zusätzliche Räume und Flächen braucht und dass dafür rechtzeitig zusätzliche Gelder bereit gestellt werden müssten. Der Brief führte eine Fülle von räumlichen Alternativen (ohne Festlegung) auf und warnte nachdrücklich davor, die documenta-Halle als documenta-Spielort preiszugeben.

Die Vorstellung des städtischen Masterplanes am 19. März forderte unsere deutliche Kritik heraus, da die documenta und die Kunst der Gegenwart in der Vorstellung nicht auftauchten, weiterhin die documenta-Halle als Archivgebäude eingeplant wurde und die documenta-Büroräume im Dock 4 nur als Provisorien bezeichnet wurden. Wir veröffentlichten dazu eine ausführliche Presseerklärung und formulierten eine ausführliche Stellungnahme, die der OB als Aufsichtsratsvorsitzender und der Kulturdezernent erhilten.

Oberbürgermeister Hilgen signalisierte in einem Antwortbrief Verständnis für unsere Forderungen, und Bürgermeister Junge lud mich zu einem vertraulichen Gespräch, in dem ebenfalls ein gewisses Entgegenkommen zu spüren war.

Klaus Pfromm, der sehr intensiv an allen diesen Beratungen teilgenommen hatte, arbeitete unsere Stellungnahme auf der Grundlage früherer Konzeptpapiere weiter aus und entwickelte eine Fortschreibung des Konzepts für ein Bode-Centrum. Beflügelt wurden die Ideen durch die Tatsache, dass das Lagergebäude Untere Karlsstraße 14 als Objekt zum Kauf oder zur Anmietung angeboten wurde. Pfromm zeigte auf, dass das Gebäude als Ort der Freien Szene nutzbar sei und das das Dock 4 zum Kern eines Bode-Centrums werden könne. Im Sommer war das Papier so weit gediehen, dass wir es als Konzept dem OB und dem Kulturdezernenten präsentieren konnten.

Die Initiative war von Erfolg gekrönt: Kulturdezernent Thomas-Erik Junge kam zusammen mit seiner Amtsleiterin Dorothee Rhiemeier ins documenta forum, um mit uns über die in dem Konzept enthaltenen Ideen zu diskutieren, die HNA stellte am 10. Oktober das Konzept ausführlich vor und Junge nannte die Vorstellungen „eine einmalige Chance“. Allerdings meinte der Kulturdezernent, das Konzept stamme nicht vom documenta forum. Nichtsdestotrotz buchen wir die Propagierung des Konzepts als einen erfolg, zumal das Kulturamt vorige Woche bekannt gab, dass drei Architektenbüros dazu eine Machbarkeitsstudie vorlegen sollten.

Morgen (12. 11., 17 Uhr) gibt es im Bali innerhalb des Dokumentar- und Videofestivals eine Präsentation des Projektes „mediaartbase“. Das von der Bundeskulturstiftung ideell und finanziell angestoßene Projekt dient der Digitalisierung der in ihrem bestand gefährdeten Kunst- und Künstlervideos. Das documenta Archiv ist in Kooperation mit dem Dokfest in das Projekt eingebunden. Wir konnten dazu beitragen, die Finanzierung zu sichern, indem wir 25.000 Euro einwarben.

Außerdem unterstützen wir das documenta Archiv in seinen Bemühungen, das Szeemann-Archiv nach Kassel zu holen. Wir machten uns unter anderem in einem Brief an die Kulturstiftung der Länder dafür stark und richteten entsprechende Appelle an die Stadtspitze. Heute Mittag hatten wir mit dem KulturNetz, dem Kunstverein, der Kunsthalle, der Kunsthochschule, der Stiftung 7000 Eichen, dem Kulturausschuss des Rotary-Clubs, dem Kulturforum der Sozialdemokratie und dem Glas der Vernunft zu einer Pressekonferenz eingeladen, um den Bestrebungen öffentlichen Nachdruck zu verleihen.

Nahezu derselbe Kreis, der die Pressekonferenz gab, unterschrieb auch einen Offenen Brief an Museumsdirektor Dr. Eissenhauer. Seine wiederholten Warnungen vor der „elektronischen Kunst“ machten uns Sorge, ob die Neue Galerie ihrer künftigen Rolle als Museum der Moderne und der documenta-Kunst gerecht werden könne.

Unsere Beteiligung an der Museumsnacht kann als erfolgreich bewertet werden. Helmut Plate und Miki Lazar hatten einen neuen attraktiven Flyer und ein großartiges Banner gestaltet, damit wir unseren Informationsstand in der documenta-Halle gut ausstatten konnten. Und unsere Bilderaktion „Wir waren dabei“ – Präsentation der documenta-Fotos und –Videos – fand großen Zuspruch.

Die Neugestaltung unserer Internetseite ist in Angriff genommen worden. Allerdings sind wir wegen der anderen Aktivitäten noch nicht so weit, wie wir uns vorgenommen hatten. Das wird eine vorrangige Aufgabe für das kommende Jahr. Ebenfalls aufschieben mussten wir die Bemühungen um ein Konzept für die Beschilderung der documenta-Außenkunstwerke. Auch daran müssen wir kommendes Jahr arbeiten.

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