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Oktogon-Projekt von Heiner Georgsdorf
In dem Jahr, in dem ihn der Tod ereilte, bot Arnold Bode (1900 – 1977) noch einmal seine ganze Kraft, Energie und Kennerschaft auf, um den Traum, den er seit Jahren träumte, in die Wirklichkeit umsetzen – zu einer documenta eine Ausstellung im Oktogonschloss unter dem Herkules zu realisieren. Für sein Oktogon-Projekt hatte Bode eine Künstlerliste aufgestellt, er hatte die Finanzierung durchgerechnet, er sah das Ziel vor Augen, musste dann aber doch kapitulieren.
Vor allem fehlte das Geld. Aber selbst wenn er das Geld zusammenbekommen hätte, hätten die Schwierigkeiten erst richtig begonnen, denn diese Kunstschau wäre eine Neben- oder Gegen-documenta geworden, weil sie nicht aus dem Team von Manfred Schneckenburger vorbereitet worden wäre, sondern von dem nahezu ausgebooteten documenta-Gründer. Außerdem hätte noch sorgfältig geprüft werden müssen, ob das Oktogonschloss in dem damaligen Zustand überhaupt für die Öffentlichkeit freigegeben worden wäre.

Trotzdem bleibt die Tatsache, dass das Oktogon für eine documenta ein faszinierendes Gebäude wäre. Schon im Sommer 1959 hatte Bode in einem Text für die Stadt mit Blick auf eine dritte documenta geschrieben: “…. Die Plastik aber fände ihren Platz in dem grandiosen, mehrstöckigen Gewölbebau des Oktogon. Dieser phantastische Bau mit seinen zyklopischen Mauern, mit den überhohen Gewölben, seiner verwinkelten Umgänge, mit dem bestürzenden Schacht seines Inneren, den überwölbten Terrassenm den offenen Bögen nach innen und außen, dem Blick auf die dunklen Mauermassen wie auf die helle Landschaft böte eine Raumsituation, wie sie für die zeitgenössische LPlastik erregender nicht zu finden wäre….”
Diese Vision wartet bis heute auf ihre Umsetzung. Eine documenta oder vergleichbare Schau im Oktogon – unter dem Herkules und mit Blick auf das Tal, in dem Kassel liegt, wäre die Krönung.
Prof. Heiner Georgsdorf, Schüler und Mitarbeiter Bodes, später Lehrer an der Kunsthochschule Kassel und Vorsitzender des Kasseler Kunstvereins, hatte für die Kandidatur Kassels als Kulturhauptstadt (2010) Bodes Vision aufgegriffen und einen konkreten Ausstellungsvorschlag ins Gespräch gebracht. Mit dem Scheitern der Bewerbung starb vorerst auch der Plan.
2010 hat Georgsdorf das Oktogon erneut als Ausstellungsort ins Gespräch gebracht. In einem Brief an Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen, der jetzt auch Kulturdezernent ist, regte er an, zum Stadtjubiläum im Jahre 2013 eine Oktogon-Ausstellung zu planen – etwa mit Daniel Birnbaum als Kurator. Doch bevor dieser Vorschlag ernsthaft auf seine Realisierbarkeit geprüft werden konnte, gab es erneut das Aus. Auf eine Anfrage bei dem Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel, Prof. Bernd Küster, ob die Museen die Idee befürworten würden, teilte er bedauernd mit, dass 2013 die Arbeiten im Oktogon noch nicht abgeschlossen seien und daher zu diesem Zeitpunkt an keine Ausstellung gedacht werden könne.
Quelle: Dirk Schwarze
Three to One – Klanginstallation in der AOK von Max Neuhaus
Max Neuhaus ist ein Pionier im künstlerischen Umgang mit Klängen im Raum. Er geht von der Beobachtung aus, dass unsere Wahrnehmung ebenso von dem bestimmt wird, was wir hören, wie von dem, was wir sehen. So benutzt er eine vorhandene Situation als Grundlage für ihre neue Gestaltung mit Tönen und Klängen.
Über die letzten 30 Jahre hat er solche unsichtbaren „Klangwerke“ für amerikanische und europäische Museen geschaffen und damit die Verbindung von „sound“, Geräuschen, Tönen und Klängen mit offenen oder geschlossenen Räumen als eigenständige Kunstform.
In seinen zwanziger Jahren war Max Neuhaus ein renommierter Interpret zeitgenössischer Musik; er gab zu Beginn der 60er Jahre Konzerte in der Carnegie Hall und machte als Solist am Schlagzeug Konzertreisen durch Amerika und Europa. Um neue Klangfarben erzeugen zu können, konstruierte er elektro-akustische Instrumente. Sein Solo-Album, das er für Columbia Masterworks produzierte, ist eines der ersten Beispiele dafür, was man heute elektronische
Livemusik nennt.
Mit seinen Klangwerken an öffentlichen Plätzen und in Gebäuden setzt er seine innovative Arbeit außerhalb der konventionellen Kunstwelt fort: Er nutzt seine Erfahrung mit der Erzeugung von Klängen und der Reaktion der Hörer auf deren Wahrnehmung, die er über die Jahre seiner praktischen Arbeit als Musiker erworben hatte, und entwickelt Klangwerke, die eher eine räumliche denn eine zeitliche Dimension haben, die eine eigenartige Musik – geschaffen nur für den einen Ort – ohne Anfang und Ende sind, die Hören und Sehen zu einer neuen Erfahrung des mit Klang erfüllten Raumes vereinen.
Max Neuhaus hat über die letzten 40 Jahre eine große Zahl solcher Klangwerke für die unterschiedlichsten Situationen geschaffen: dauerhafte Werke beispielsweise am Times Square und im Dia:Beacon museum in New York, im Kunsthaus Graz, im Castello di Rivoli, Museo d‘Arte Contemporanea, im CAPC Musée d‘Art Contemporain, Bordeaux, und viele für eine kürzere Dauer in Museen und Ausstellungen, wie etwa im Museum of Modern Art, dem Whitney Museum of American Art und dem Clocktower in New York City, im Musée d‘Art Moderne de la Ville de Paris, dem Centre National d‘Art Contemporain, Grenoble, den Kunsthallen in Basel and Bern und zur Biennale in Venedig. Dazu kommen Einzelausstellungen seiner Zeichnungen an vielen Orten.
• In Kassel war Max Neuhaus erstmals 1977 auf der documenta 6 mit einer „sound sculpture“
in der Karlsaue.
• 1995 präsentierte der Kunstverein Kassel die Ausstellung „Max Neuhaus: Sound Work Zeichnungen“ im Fridericianum.
• Zur documenta 9, 1992, schuf er für das Treppenhaus des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes der AOK in Kassel an der „Schönen Aussicht“ das Klangwerk „Three to One“.
• Die Stadt Kassel hat im Jahr 2007 dieses Werk, dessen technische Grundlage erneuerungsbedürftig geworden war, mit Förderung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie der Hessischen Kulturstiftung erworben und mit neuer Technik ausgestattet. Am 4. Mai 2007 konnte „Three to One“ in Anwesenheit des Künstlers der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden. Das documenta forum Kassel e.V. hat die „Patenschaft“ für das Kunstwerk in der AOK übernommen (www.documentaforum.de).
Max Neuhaus wurde 1939 in Beaumont/Texas/USA geboren und studierte 1957-1962 „percussion“ an der Manhattan School of Music. Er starb am 3. Februar 2009.
Auf seiner Website (www.max-neuhaus.info) sind Zeichnungen, Tonaufnahmen und Videos zu finden sowie Angaben über seine vielfältigen Schöpfungen und deren Präsentation in Ausstel-lungen und Druckwerken.
Außenkunstwerke Übersicht
Das documenta forum fühlt sich verpflichtet, sich um den Erhalt und die Popularisierung der documenta-Außenkunstwerke, die auf Dauer in Kassel bleiben, zu kümmern. Eine Arbeitsgruppe arbeitet derzeit an einem Konzept für eine einheitliche Kennzeichnung der Skulpturen.
„Laserscape Kassel“
Künstler:
Horst H. Baumann
documenta 6 – 1977
Künstlerischer Leiter:
Manfred Schneckenburger
Zwehrenturm – Herkules – Orangerie – Karlsaue, Samstags nach Einbruch der Dunkelheit
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„Der vertikale Erdkilometer“
Künstler:
Walter De Maria
documenta 6 – 1977
Künstlerischer Leiter:
Manfred Schneckenburger
Messing, Länge 1000 m, Durchmesser 2 Zoll
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„Rahmenbau“
Künstlergruppe:
Haus-Rucker-Co
documenta 6 – 1977
Künstlerischer Leiter:
Manfred Schneckenburger
Stahl, Stahlgitter
14 x 16,5 x 31 m
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„Das Traumschiff Tante Olga“
Künstler:
Anatol Herzfeld
documenta 6 – 1977
Künstlerischer Leiter:
Manfred Schneckenburger
Polyester
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„Ein Granitblock“
Künstler:
Ulrich Rückriem
Ein Granitblock (330 x 180 x 100 cm) in drei Teile gespalten.
Der mittlere Teil in vier Teile geschnitten. Alle Teile zur ursprünglichen Blockform zusammengefügt. Der untere Teil als Fundament in die Erde eingelassen.
documenta 7 – 1982
Künstlerischer Leiter:
Rudi Fuchs
Museumslandschaft Hessen Kassel
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„Spitzhacke“
Künstler:
Claes Oldenburg
documenta 7 – 1982
Künstlerischer Leiter:
Rudi Fuchs
Stahl – Höhe 12 meter
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„7000 Eichen - Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“, Joseph Beuys, documenta 7 - documenta 8, 1982 - 1987
„7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“
Künstler:
Joseph Beuys
Entstehung:
documenta 7 (1982) – documenta 8 (1987)
Künstlerische Leitung:
Rudi Fuchs (doc 7)
Manfred Schneckenburger (doc 8 )
7000 Eichen und 7000 Basaltsteine für Kassel Stadt.
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„Man Walking to the Sky“
Künstler:
Jonathan Borofsky
documenta 9 – 1992
Künstlerischer Leiter:
Jan Hoet
Stahl, Fiberglas, Aluminium
Höhe ca. 25 Meter
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„Raumskulptur“
Künstler:
Per Kirkeby
documenta 9 – 1992
Künstlerischer Leiter:
Jan Hoet
Ziegelmauerwerk
875 x 1074 x 399 cm
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Ohne Titel
Künstler:
Jimmie Durham
documenta 9 – 1992
Künstlerischer Leiter:
Jan Hoet
Sandstein
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„Die Fremden“
Künstler:
Thomas Schütte
documenta 9 – 1992
Künstlerischer Leiter:
Jan Hoet
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„Ansichten eines Steins“
Künstler:
Giuseppe Penone
21. Juni 2010
Vorabkunstwerk zur documenta 13 – 2012
Künstlerischer Leiterin:
Carolyn Christov-Bakargiev
Am Tag der Sommersonnenwende “dem ersten Tag des Sommers und dem längsten Tag des Jahres” feierten die Bürger Kassels, der Oberbürgermeister Bertram Hilgen, die künstlerische Leiterin der dOCUMENTA (13), Carolyn Christov-Bakargiev und der Künstler Giuseppe Penone gemeinsam die festliche Einweihung von Penones Idee di Pietra (Ansichten eines Steins) nahe der Gustav Mahler Treppe/ Orangerie im Staatspark Karlsaue in Kassel als erstem Kunstwerk auf dem Weg zur dOCUMENTA (13). Die Arbeit ist ein Angebot an die Bürger Kassel und eine Einstimmung auf den 9. Juni 2012, den Tag, an dem die dOCUMENTA (13) offiziell öffnet. (Quelle: documenta.de)
Zeitraffervideo Fridericianum
Zeitrafferaufnahmen an der Kunsthalle Fridericianum in Kassel:
Bode Centrum
Konzeptpapier Bode Centrum
Unser langjähriges Mitglied Prof. Klaus Pfromm hatte sich an der LaserMeter-Aktion ebenso stark engagiert wie bei den Bemühungen, das documenta Archiv zu einem documenta-Zentrum (Bode-Zentrum) auszubauen. Diese Bemühungen erhielten Auftrieb, als 2008 Initiativen gestartet wurden, das Archiv des Kurators Harald Szeemann nach Kassel geholt. Szeemann hatte 1972 die documenta geleitet und dabei das Berufsbild eines Ausstellungsmachers etabliert.
Der Architekt Klaus Pfromm kniete sich so sehr in die Arbeit, dass seine Überlegungen zu einem Bode-Zentrum die Qualität einer Studie erlangten. Obwohl von einer tödlichen Krankheit gezeichnet, konnte er den Kern der Studie fertigstellen. Sein Papier wurde zur Planungs- und Diskussionsgrundlage für die Arbeitsgruppe Stadt-Land, die sich mit dem Projekt Bode-Zentrum beschäftigte. In Erinnerung an Pfromms Leistung, der bald darauf starb, dokumentieren wir hier die Inhalte der Studie. Leider gibt es bis heute keine Chance auf Umsetzung der Überlegungen.
Vorrede
Die documenta gilt als eine der bedeutendsten und weltweit am meisten beachteten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Ins Leben gerufen wurde sie 1955 von dem Künstler und Kunsterzieher Arnold Bode in Kassel. Nach den Jahren der nationalsozialistischen Diktatur sollte sie die deutsche Öffentlichkeit mit der internationalen Moderne und mit der eigenen gescheiterten Aufklärung konfrontieren und versöhnen. Niemand hätte damals gedacht, dass die Ausstellung, oft als „Museum der 100 Tage“ bezeichnet, zu einem beispiellosen Erfolg werden sollte – und doch findet im Sommer 2012 die dreizehnte documenta statt. Der singuläre Charakter der documenta wird sichergestellt: Es wird alle fünf Jahre eine neue Künstlerische Leiterin oder ein neuer Künstlerischer Leiter bestimmt und die Ausstellung gleichsam neu erfunden. Unter stets wechselnder Regie, und im ebenso gemächlichen wie unerbittlichen Rhythmus von fünf Jahren, ist die documenta zu einem weltweit verbindlichen Seismographen der zeitgenössischen Kunst avanciert: Bei der documenta zeigt sich, ob es der Kunst gelingt, die Welt in Bilder zu fassen und ob diese Bilder für ihr Publikum Gültigkeit haben. Ein Konzept, das sich bewährt. Bei der documenta 12 wurden über 750.000 Besucherinnen und Besucher gezählt. Diesen Beitrag weiterlesen »
Initiative Szeemann-Archiv für Kassel
Bis zum Frühjahr 2011 bestand eine realistische Hoffnung, das Archiv des international geschätzten Kurators und Leiter der documenta 5 (1972), Harald Szeemann, nach Kassel ins documenta Archiv zu holen – bis uns am 6. Juni 2011 die Nachricht erreichte, das Getty-Institut habe das Archiv angekauft. Das documenta forum hat sich zwischen 2008 und 2011 in mehreren kulturpolitischen Intiativen dafür stark gemacht, die Ankaufsverhandlungen erfolgreich voran zu bringen und im Zusammenhang damit das documenta Archiv auszubauen und das Land Hessen als weiteren Träger für das Archiv zu gewinnen. Ferner wollten wir die Erschließung des Szeemann-Archivs ideell und materiell unterstützen. Dazu hat unser Mitglied Helmut Plate folgenden Vorschlag entwickelt:
Ideenskizze
Hommage à Harry Szeemann
Beschreibung eines Ausstellungsprojektes
KulturKapital(e) Kassel
Motto
„Seien wir realistisch,
versuchen wir das Unmögliche.“
Ernesto Che Guevara
Am Anfang: Der Freundeskreis um Arnold Bode
Der Verein ist 1972 von documenta-Vater Arnold Bode genau in dem Zeitraum begründet worden, als Bode klar wurde, dass die Weiterentwicklung der documenta-Idee nicht mehr unter seiner Regie laufen würde.
Der Verein documenta forum war zuerst ein Freundeskreis, mit dessen Hilfe Arnold Bode an den Gremien vorbei auf die documenta Einfluss nehmen wollte.
Zu den Gründungsmitgliedern gehörten neben Bode: Blase, Brandi, Dierichs, Gräfin Metternich, Heise, Hunstein, Ludewig, Mangold, Müller-Domnick, Nickel, Orzechowski, Rudolph, Schmitz-Hertzberg, Spötter, Thönges, Wiskemann. Den Vorstand bildeten: Bode, Rudolph, Wiskemann, Sekretariat Dr. Ela Spornitz.
Nach dem Tod Bodes (1977) widmete sich der Verein zuerst dem ideellen Erbe Bodes. Im Laufe der Jahre profilierte sich das documenta forum als Förderverein der documenta-Idee und aller mit der documenta verbundenen Institutionen und Objekte – documenta Archiv, Kunsthalle Fridericianum, documenta-Kunstwerke in der Stadt und documenta-Werke in der Neuen Galerie.
Im Oktober 2008 hatten wir Kulturdezernent Thomas-Erik Junge sowie Kulturamtsleiterin Dorothee Rhiemeier zu Gast, um mit ihnen über das Konzept für ein documenta-Zentrum zu diskutieren.
Zusammen mit dem Kasseler Kunstverein luden wir documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev zu einer öffentlichen Diskussion ein.
Roger Buergel und Ruth Noack folgten unserer Einladung und zogen ein Fazit ihrer Kasseler Zeit.
Prof. Dr. Bernd Küster stellte sich in einem Gespräch als der neue Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel vor und antwortete auf kritische Fragen zum Konzept für die Neue Galerie.
Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, kam am 1.Juni 2010 ins documenta forum, um zu den Bemühungen um das Szeemann-Archiv Stellung zu nehmen.
In gleicher Sache war Oberbürgermeister und Kulturdezernent Bertram Hilgen im Januar 2011 zu Gast.
Im Frühjahr 2011 stellte Katrin Sauerländer vom Team der dOCUMENTA (13) das Konzept der 100 Notebooks vor. Mit in unserer Runde war auch Horst Hoheisel, dessen Aschrottbrunnen zu einem Objekt der nächsten documenta erhoben worden ist.
Vereinsschwerpunkte
Wir treffen uns in der Regel am zweiten Dienstag eines Monats um 19. 30 Uhr (Ausnahme Sommerferien) zu einem Jour fixe. Unser Tagungsort ist seit 2011 normalerweise ein Raum im Konferenzzentrum des Kulturbahnhofs (über dem Bistro Gleis 1). Die Termine werden am Ende des Jahres für das kommende festgelegt. Bei den Treffen zum Jour fixe diskutieren wir aktuelle Fragen, begrüßen Gäste/Referenten aus Kunst und Kultur – wobei immer die documenta ein Schwerpunkt ist. Die genauen Themen werden mit dem Versenden der Einladung und Tagesordnung bekannt gegeben.
Das documenta forum versteht sich als ein Verein, der alle Bemühungen unterstützt, die documenta-Idee Arnold Bodes zu erhalten und fortzuentwickeln. Kulturpolitisch setzen wir uns dafür ein, dass finanziell, räumlich und personell die Voraussetzungen für die Organisation der documenta im Fünf-Jahres-Rhythmus gegeben sind.
Dabei ist stillschweigende Voraussetzung, dass das Museum Fridericianum als Ganzes der jeweiligen documenta zur Verfügung steht. Dies gelingt aber nur, wenn das Fridericianum in der Zwischenzeit als Kunsthalle auf internationalem Niveau betrieben wird, wie e der zwischen dem Land Hessen und der Stadt Kassel Mitte der 80er-Jahre unterschriebene Vertrag vorsieht. Wir setzen uns folglich für die Stützung und Stärkung der Kunsthalle ein.
In gleicher Weise engagieren wir uns für das documenta Archiv. Es muss mittel- und langfristig personell und räumlich ausgebaut werden und eine breitere Trägerschaft erhalten. Ziel sollte die Schaffung eines documenta-Zentrums in unmittelbarer Nachbarschaft zum Fridericianum sein. Um dem documenta Archiv bei seiner Profilierung zu helfen, hat das documenta forum in den Jahren von 2007 bis 2011 zur Finanzierung von Projekten und Erwerbungen Spendengelder in Höhe von knapp 55000 Euro einwerben können.
Wir setzen uns ferner dafür ein, dass die Neue Galerie in ihrer Anlage und inhaltlichen Struktur so gestaltet wird, dass sie den Namen Muser Moderne zu recht tragen kann.
Ein besonderes Augenmerk legen wir auf die Pflege und den Erhalt der in Kassel verbliebenen documenta-Kunstwerke im Außenbereich.
Siehe die Rubrik Außenkunstwerke unter Projekte.

Vereinsschwerpunkte - Außenkustwerke (u.a. Laser, Beuys' 7000 Eichen, Three to One, Der vertikale Erdkilometer)
Unter den Außenkunstwerken erfordert die Laser-Installation (Laserscape) ein umfangreiches Engagement.
Auf Initiative des documenta forums wurde im Jahre 2007 die Laser-Installation, die Horst H. Baumann 1977 zur documenta 6 als eine Landschafts-Lichtskulptur im Zwehrenturm geschaffen hatte, völlig erneuert. Der neue Laser nimmt nur einen Bruchteil der früheren Fläche in Anspruch, ist um ein Vielfaches leistungsstärker und billiger. Die für die Neuinstallation erforderlichen Kosten konnte das documenta forum durch die Einwerbung von Sponsorengeldern und die populäre Aktion Mein LaserMeter (symbolischer Verkauf des Laserstrahls) gewinnen. Durch den Gewinn von SMA als Sponsor konnte erreicht werden, dass der Laser mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet wurde.
Der neue Laser wird vom documenta forum betrieben. Der Verein ist auch für die Wartung zuständig.
Mein LaserMeter – eine einmalige Spendenaktion
Der Fortbestand der Laser-Installation im Zwehrenturm (mit Strahlen zum Herkules und zur Orangerie) war 2005 ernsthaft bedroht. Nach Gesprächen mit dem Künstler Horst H. Baumann, der 1977 zur documenta 6 die Installation geschaffen hatte, mit den Städtischen Werken, die zuletzt Betreiber der Anlage waren, der Stadt, der documenta GmbH und der Museumslandschaft Kassel (mhk), entschied sich das documenta forum, für die Rettung des Lasers zu kämpfen.
Voraussetzung für den Erhalt war eine völlige Neuausstattung der Technik sowie eine künstlerische Neukonzeption, da im ersten Schritt nur die Schaffung von grünen Laserstrahlen möglich war. Das documenta forum konnte die Stadt, SMA und die Städtischen Werke als Sponsoren gewinnen. Außerdem startete der Verein eine einmalige Spendenaktion: Mein LaserMeter. Bei zahlreichen öffentlichen Auftritten wurde der über sieben Kilometer lange Strahl vom Zwehrenturm zum Herkules symbolisch meterweise verkauft. Jeder Käufer erhielt eine Urkunde darüber, wo sich auf der Strecke sein LaserMeter befindet. Am 16. 11. 2007 konnte die Neuinstallation erfolgreich abgeschlossen werden.
Wörtlich hieß es in der damaligen Pressemitteilung:
Zur alten Anlage gehörten ein grüner Argon-Laser und ein roter Krypton-Laser. Die Technik, die vor 30 Jahren als revolutionär galt, ist mittlerweile total veraltet. Der grüne Laser hat 50 Prozent seiner Leuchtkraft eingebüßt. Außerdem mussten drei Kubikmeter Wasser zur Kühlung eingesetzt werden und wurden 60kW zum Betrieb verbraucht. Die Anlage wurde total ausgetauscht. Die neuen Laserstrahlen benötigen nur ein Prozent (0,6 kW) der früheren Energieleistung und keine Wasserkühlung. Dementsprechend ist der Platzbedarf der Steuerungstechnik auf ein Prozent der früheren Ausmaße geschrumpft. Mit Hilfe einer auf dem Dach des Fridericianums angebrachten Solaranlage kann der Stromverbrauch weiter reduziert werden.
Ein grüner Laser im Zwehrenturm wird künftig drei Teilstrahlen zum Herkules, zum Landesmuseum und zur Orangerie senden. Im Turm des Landesmuseums wird der Strahl zum Herkules umgelenkt und kann folglich parallel zur Stadtachse Wilhelmshöher Allee – Oktogon verlaufen. Vom Dach der Orangerie werden drei grüne Teilstrahlen auf die Schwaneninsel sowie auf die Kanalachsen in der Karlsaue ausgerichtet.
Die Neuinstallation der Laserscape genannten Anlage kostet rund 200000 Euro. Das documenta forum konnte die Geldsumme durch eine einmalige Bürgeraktion sowie durch das großzügige finanzielle Engagement der Stadt Kassel, der Städtischen Werke und der Solartechnik-Firma SMA aufbringen. Um die Finanzierung anzustoßen, hatte das documenta forum den 7325 Meter langen Laserstrahl vom Zwehrenturm zum Herkules in der Aktion LaserMeter symbolisch meterweise verkauft. Jeder Anteilschein kostete zehn Euro. Außerdem konnte für fünf Euro ein Luftbild Kassels mit dem ungefähren Streckenabschnitt des erworbenen LaserMeters gekauft werden. Das Eröffnungsfest am 16. 11. 2007 ist dementsprechend als Eigentümerversammlung der LaserMeter-Käufer, der Sponsoren und ideellen Förderer gedacht.
Achtung: Wenn Sie auf die Überschrift “Mein LaserMeter – eine einmalige Spendenaktion” klicken, kommen Sie im Archiv zu den Seiten der Aktion.










