Finanzielles Defizit bei der documenta 14: Aufklärung und Besonnenheit

Das documenta forum tritt dafür ein, eine abschließende Bewertung der finanziellen Situation der documenta 14 in Athen und Kassel erst nach Vorlage des Berichts der Wirtschaftsprüfer vorzunehmen. Auch die Benennung der Verantwortlichen sollte erst nach Analyse der Fakten erfolgen. Jegliche Vorverurteilung könnte für die Institution documenta schädlich sein.

Unsere größte Aufmerksamkeit gilt dem Ansehen der documenta als weltweit führendem Leitmedium der zeitgenössischen Kunst. Deshalb sollten gerade die Akteure in Kassel neben dem verständlichen und notwendigen Interesse an Aufklärung bemüht sein, die Bedeutung der documenta selbst in schwierigen Zeiten nicht in Frage zu stellen. Welch große Aufmerksamkeit auch in diesem Jahr die von der documenta 14 präsentierten künstlerischen Positionen und Themenkomplexe gefunden haben, zeigt das hohe Interesse von weit über einer Million Besucherinnen und Besucher in Kassel und Athen. Allen, die an diesem Erfolg sehr engagiert mitgearbeitet haben, ist Dank auszusprechen.

Die documenta gGmbH und ihr Aufsichtsrat waren seit vielen Jahren gut beraten, der Künstlerischen Leitung bei ihrer Gestaltung der jeweiligen Ausstellung freie Hand zu lassen – diese Freiheit war immer eine wesentliche Ressource für die weltweit herausragende Bedeutung der documenta. Eine Infragestellung dieser Praxis könnte gerade ihren unbestrittenen Stellenwert gefährden. Ausgehend von ihrem gefestigten Fundament in Kassel auch künstlerische Begegnungen mit anderen Regionen einzubeziehen, betrachten wir nicht als Bedrohung, sondern als eine selbstverständlich mögliche Positionierung dieser Weltkunstausstellung.

Eine solide Budget-Ausstattung der documenta, die das Auftreten von Finanzierungs-Engpässe nachhaltig vermeidet, sollte im Interesse aller öffentlichen Unterstützer sein.

Für den Vorstand
Volker Schäfer
2. Vorsitzender

 

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