Jahresbericht 2015

Die inhaltliche Arbeit des documenta forums hatte im ablaufenden Jahr drei Schwerpunkte:

Gespräch mit Adam Szymczyk zur Einstimmung auf die Vorbereitung der documenta 14. Wie zu erwarten war, gab Szymczyk noch keine inhaltlichen Hinweise auf die Ausstellung des Jahres 2017. Aber wir erhielten Einblicke in sein Denken und sein strategisches Vorgehen. Das Gespräch profitierte davon, dass Adam Szymczyk mehrere Mitglieder seines Teams mitgebracht hatte, die erfrischende Bemerkungen einbrachten. Auch wurde klar, dass bei aller Ernsthaftigkeit viel Platz für Humor ist.

Mittlerweile ließe sich inhaltlich vieles vertiefen, da mit Hiwa K der erste Künstler benannt wurde (der auch Gast bei der Abschlussveranstaltung des documenta-Symposiums war) und da im Internet die erste Ausgabe von „South as a state of mind“ zu lesen ist.

Planung und Mitwirkung an der documenta-Geburtstagsfeier am 19. Juli. Das war der größte Brocken in diesem Jahr. Verschiedentlich hatten wir über mögliche Angebote bei unseren Zusammenkünften beraten. Außerdem war ich als Vorstand des documenta forums eingeladen worden, an den Beratungsrunden des Planungsstabes teilzunehmen, um den Veranstaltungsrahmen abzustecken. Für den Sonntag im Juli konnten wir Ugo Dossi, Klaus Staeck, E. R. Nele, Pitt Moog und Adrian von Buttlar als Vortragende und Gesprächspartner gewinnen, außerdem waren für uns Angela Landgrebe, Heidi de Vries, Hans Eichel und Regina Oesterling in Gesprächen, Lesungen und Führungen aktiv.

Filmvorführung in der Museumsnacht. Hans Brinckmann und Horst Schween hatten frühzeitig den Vorschlag gemacht, aus erreichbaren Filmdokumenten einen Zusammenschnitt herzustellen, in dem alle früheren documenta-Leiter in bewegten Bildern auftauchen. Wie zu befürchten, war das Material aus den 50er- und 60er-Jahren sehr begrenzt. Aber es gelang, einen lebendigen Film zu erstellen. Die technische Unterstützung leisteten die Jungfilmer Julian Emig und Julian Cohn. Die mussten natürlich entlohnt werden. Dankenswerter Weise stellten das Kulturamt 1000 Euro und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst 500 Euro als Zuschüsse zur Verfügung.

An einem Jour-fixe-Abend stellten Anfang des Jahres Silvia und Lutz Freyer ihr Ausstellungsprojekt „neue enden“ vor, in dem ehemalige Schüler von Fritz Schwegler neue Arbeiten präsentierten. Das documenta forum unterstützte das Projekt unter anderem dadurch, dass wir bei der Kasseler Sparkasse 5000 Euro einwerben konnten. Die Ausstellung war von hoher Qualität und erregte über die Grenzen der Stadt hinaus Aufsehen.

Erstmals konnte unser monatliches Treffen im September in dem Laser-Raum des Zwehrenturms stattfinden. Der Veranstaltungsort gefiel gut, ist aber nur geeignet, wenn nicht mehr als 20 Personen kommen. In dem Jour fixe wurde besprochen, dass mit der Stadt und der documenta GmbH beraten werden muss, ob der Laser über das Jahr 2018 betrieben werden kann und wie die Finanzierung gesichert werden kann. Bei der Gelegenheit wurde auch darüber gesprochen, dass der Laser auf der Orangerie abgebaut und in Berlin beim Hersteller gereinigt und überholt werden muss. Wir vereinbarten, dass wir die Stadt um Unterstützung bei dem Ab- und Aufbau des Lasers bitten wollen.

Der Jour fixe im Oktober stand im Zeichen der Tatsache, dass der Raum im Haus Untere Karlsstrasse 8 für uns nicht mehr zur Verfügung stand. Dank des Angebots von Klaus Ostermann tagen wir mit Beginn des heutigen Abends im Kunsttempel.

Zu der Mitgliederversammlung stellten Bernd Leifeld und Hansjörg Melchior den Antrag, die Zusammenkünfte wieder auf Dienstag zu verlegen.

In der Oktobersitzung wurde auch ausführlich über das Selbstverständnis des documenta forums gesprochen. Die Aussprache soll insofern heute fortgesetzt werden, als wir über Themen für das kommende Jahr sprechen wollen.

Ganz kurzfristig erreichte mich im Oktober die Anfrage von documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff, ob das documenta forum formell den Antrag stellen könne, die documenta als nicht-materielles Welterbe erst auf deutscher und dann auf internationaler Ebene eintragen zu lassen. Ich sagte unsere Unterstützung zu. Wichtig finde ich an dem Antrag, dass in ihm der Ausbau des documenta Archivs zum documenta Institut unter Mitwirkung der Kunsthochschule festgeschrieben wird.

 Dirk Schwarze

9. 11. 2015

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