Unser Mitglied, die Kunsthistorikerin Renate Petzinger, stellt ihre aktuelle Forschung zum Thema „Künstlerinnen und die documenta“ vor. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 19. März 2026, um 19.00 Uhr im Museum Fridericianum statt.
Das documenta forum vereint zahlreiche Mitglieder, die beruflich im Kunst- und Kulturbereich tätig sind oder waren. Mit ihrer Expertise und ihren Diskussionsbeiträgen tragen sie zur Erarbeitung von Positionen rund um die documenta bei. Vor diesem Hintergrund entwickelt Renate Petzinger gemeinsam mit dem documenta archiv ein Forschungsprojekt, das ein bislang wenig beachtetes Feld in den Blick nimmt: Über sieben Jahrzehnte documenta wurde deren Geschichte überwiegend aus der Perspektive männlicher Künstler erzählt, während künstlerische Positionen von Frauen häufig nur als Randerscheinung wahrgenommen wurden.
Dabei finden sich unter den documenta-Teilnehmerinnen prominente Namen wie Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter, Eva Hesse oder Rebecca Horn – dennoch ist den strukturellen Ursachen ihrer Unterrepräsentanz bislang kaum systematisch nachgegangen worden. In einem Impulsvortrag präsentiert Renate Petzinger einen Zwischenstand bzw. erste Ergebnisse ihres Projekts, das die Rolle von Frauen von den Anfängen der documenta bis in die jüngere Gegenwart der Ausstellung untersucht.
Im anschließenden Podiumsgespräch diskutieren Birgitta Coers (Direktorin documenta archiv) und Renate Petzinger gemeinsam mit Stefan Fricke (hr2 kultur) sowie der documenta-Künstlerin Christina Kubisch über künstlerische Praxis, Sichtbarkeit und institutionelle Rahmenbedingungen.
Zu den Beteiligten:
Renate Petzinger war von 1990 bis 2005 Kustodin am Museum Wiesbaden und von 2006 bis 2009 stellvertretende Direktorin des Hauses. Bereits 1988 bis 1990 leitete sie das Forschungsvorhaben „Künstlerinnen, Filmemacherinnen und Designerinnen in der Bundesrepublik Deutschland“ und bereitete parallel die Ausstellung „Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts“ im Museum Wiesbaden vor.
Christina Kubisch arbeitet seit den 1970er Jahren an der Schnittstelle von Performance, Klang, Video und bildender Kunst; ihre Arbeiten waren unter anderem Teil der documenta 8 (1987) und der documenta 14 (2017). Bis 2013 hatte sie den Lehrstuhl für Audiovisuelle Künste an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken inne und veröffentlichte unter anderem zur Genderproblematik in den Künsten.
Stefan Fricke ist Redakteur für Neue Musik/Klangkunst beim Hessischen Rundfunk (hr2 kultur) und seit 2017 Honorarprofessor an der Hochschule für Musik Mainz.
Für den Vorstand des documenta forums
Petra Bohnenkamp
Gäste sind herzlich eingeladen, mehr über die Arbeit des documenta forums zu erfahren.
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