Jour fixe am 08.4.2019 offener Austausch zum Thema “documenta Institut”

Liebe Freundinnen und Freunde der documenta, unseren Mitgliedern und dem Vorstand ist es immer wichtig gewesen das documenta archiv zu fördern und in seinen Aufgaben zu unterstützen. Umso genauer interessieren wir uns natürlich für den Werdegang des geplanten documenta Instituts, dessen Herz dieses Archiv ist. Dazu hatte der Vorstand schon verschiedene Gespräche mit den Beteiligten.

Aufgaben, Struktur und Standort des Instituts sollen in einem offenen Austausch unter den Mitgliedern diskutiert werden. Darum freuen wir uns sehr den nächsten Jour fixe diesem Thema zu widmen und laden ein unser Wissen und unsere Ideen am 8. April 2019 um 19.30 Uhr im Stadtteilzentrum West in der Elfbuchenbuchenstr. 3 zum Thema einzubringen.

Folgende Gedanken von Horst Schween geben wir gern zur Einführung in das Thema weiter:

„Bei der Frage nach den Erwartungen des documenta forums an ein documenta Institut möchte ich gern auf die Ausführungen des documenta Archivs auf seiner Website unter der Überschrift „Das Vorhaben“ verweisen. Es ist sicher unstreitig, das documenta Archiv zu einem unabhängigen Forschungsinstitut auszubauen, denn „das Herz des Instituts ist das documenta archiv mit seinem Bestand an schriftlichen, bildlichen und elektronischen Dokumenten“. Genau dies beschreibt auch unsere Position, wie wir das auf unserer eigenen website darstellen. „Das Archiv ist integraler Bestandteil des Instituts“ Mit anderen Worten: der Weg führt vom Archiv zum Institut. Ich bin der Auffassung, dass wir bei der Frage nach den Erwartungen nicht notwendigerweise eine eigene Position einnehmen müssen und bin dafür, dass wir uns der Position des Archivs anschließen. Die Förderung des Archivs ist schließlich einer unserer Satzungszwecke.

Bei der Frage zur rechtlich-organisatorischen Struktur eines „unabhängigen Forschungsinstituts“ ist am schwierigsten zu lösen, zumal dafür schon einige Fakten geschaffen wurden. Entscheidend ist, wie Stadt Kassel und Land Hessen als Initiatoren und Geldbeschaffer (auch wenn der Bund das Geld zur Verfügung stellt) die documenta gGmbH mit dem Archiv einerseits und die Universität mit Kunsthochschule einschl. der documenta-Professur andererseits rechtlich und organisatorisch einbinden. Fakt ist, dass der Berufungsprozess für die drei Professorenstellen ja bereits läuft und damit hat die Uni immer den Fuß in der Tür. Andererseits stehen dem Archiv mit all seinen Materialen die wesentlichen Grundlagen für die Forschung zur Verfügung. Wollen wir das documenta archiv als Kernzelle des Instituts stärken, dann darf das Archiv künftig nicht mehr zur documenta gGmbH gehören, sondern es muss mit allem, einschließlich Personal auf ein neu zu gründendes „unabhängiges“ Institut übertragen werden. Bekanntlich kann die documenta sich nicht selbst erforschen oder beforschen.

Der Bereich der wissenschaftlichen documentabezogenen Forschung der Universität wäre dann zunächst rechtlich nicht dem documenta Institut unterstellt, weil die Professoren etc. von der Universität berufen werden. Ziel muss es jedoch sein, diesen Bereich mittelfristig in das Institut einzugliedern, und das Institut muss selbst seine Forscher bestellen. Solange dies nicht vollzogen ist, ist eine aufgabenorientierte Verzahnung des Instituts mit dem universitären Bereich zu schaffen. Ein Konkurrenzverhältnis wird diesem Konstrukt jedoch immanent sein. Deshalb sind klare vertragliche Regeln zu vereinbaren, die die Aufgaben jedes Bereichs festlegen.

Zur Frage nach dem Standort kann ich mich, unter welchen Aspekten hier entschieden werden sollte, wieder auf die Position des Archivs berufen. „Wenn das documenta Institut ein stadtgesellschaftlicher Ort wie auch eine internationale Forschungs- und Begegnungsstätte sein und in der Zeit zwischen den Ausstellungen die documenta für die Öffentlichkeit präsent halten (soll)“, dann kann nur ein innenstadtnaher Standort in Frage kommen.“ Auf dieser Grundlage finden wir sicherlich spannende Ansätze für eine angeregte Diskussion.