Unabhängiges Forschungsinstitut für Ausstellungsstudien in Kassel: Prof. Dr. Heinz Bude zum Gründungsdirektor des documenta Institus berufen

Das Land Hessen, die Stadt Kassel, die Universität und Kunsthochschule Kassel sowie die documenta und Museum Fridericianum gGmbH haben den renommierten Soziologen Prof. Dr. Heinz Bude zum Gründungsdirektor des documenta Instituts berufen. Zu Budes ersten Aufgaben gehören die Konkretisierung der inhaltlichen Programmatik sowie der Aufbau der internen und externen Organisationstrukturen des documenta Instituts, das gegründet von den vier Partnern als unabhängige wissenschaftliche Forschungseinrichtung entsteht.

Bude steht für eine zeitdiagnostisch aufgeschlossene Wissenschaft und ist mit Beiträgen zu den Problematiken sozialer Spaltung, regionaler Verödung und weltgesellschaftlicher Verwerfung hervorgetreten. Er wurde 2016 mit dem Preis der Deutschen Gesellschaft für Soziologie für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der öffentlichen Wirksamkeit der Soziologie ausgezeichnet. Seit 2000 lehrt er Makrosoziologie an der Universität Kassel.

Prof. Dr. Heinz Bude betonte bei seiner Vorstellung in Kassel: „Die einmalige Chance des documenta Instituts besteht darin, dass es die documenta als ein Modell der Ausstellung von Gegenwartskunst versteht und damit das weltgesellschaftliche Phänomen der Biennalisierung des Kunstfelds in den Griff bekommt. Im Zusammenspiel von Archiv, Forschung und stadtgesellschaftlicher Partizipation wird ein Labor der Erforschung von Zeitgenossenschaft durch die Präsentation von Gegenwartskunst entstehen.“

Oberbürgermeister Christian Geselle: „Mit Prof. Dr. Heinz Bude konnten wir einen der profiliertesten Soziologen Deutschlands als Gründungsdirektor für das documenta Institut gewinnen. Dieses ist für die Weltkunstausstellung und unsere Kunst- und Kulturstadt Kassel von großer Bedeutung. Wir freuen uns, dass er unserer Stadt durch seine Lehrtätigkeit seit 20 Jahren verbunden ist und bleibt. Ich bin gespannt, welche Impulse Prof. Bude dem werdenden Institut verleihen wird.“

Die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst Angela Dorn: „Dass Prof. Dr. Heinz Bude sich bereit erklärt hat, die Leitung des documenta Instituts in seiner Aufbauphase zu übernehmen, freut mich außerordentlich. Mit ihm an der Spitze kann das Institut zu einem Ort werden, an dem ein Archiv auf seine Kunst trifft, an dem Forschung als Teil des gesellschaftlichen Diskurses gedacht und gemacht wird. Ich bin gespannt auf produktive Auseinandersetzungen und – gemeinsam mit den anderen Partnern – neugierig auf das Profil, das der neue Gründungsdirektor dem Institut im Werden geben wird.“

Präsident der Universität Kassel Prof. Dr. Reiner Finkeldey: „Vor kurzem haben wir den Rahmen für das documenta Institut abgesteckt, nun bekommt das Institut auch ein Gesicht. Ich freue mich außerordentlich, dass Prof. Bude diese Aufgabe übernimmt. Er gehört deutschlandweit und international zu den scharfsinnigsten und treffsichersten Analytikern des Zeitgeschehens, der Entwicklung der globalen Gesellschaft und ihrer Ausdruckformen. Mit ihm bekommt das Institut einen Gründungsdirektor, der den Aufbau als interdisziplinäres Forschungsinstitut mit internationaler Ausstrahlung kraftvoll vorantreiben wird. Für das Institut, für die Universität und für die Stadt ist diese Personalie ein enormer Gewinn.“

Generaldirektorin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH Dr. Sabine Schormann: „Prof. Dr. Heinz Bude bringt exzellente Erfahrungen sowohl in inhaltlicher als auch in struktureller Hinsicht mit, um gemeinsam mit allen Partnern das Institut aufzubauen und in die Zukunft auszurichten. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit und bedanke mich an dieser Stelle auch herzlich bei der Universität Kassel, die ermöglicht, dass Herr Prof. Bude dem documenta Institut für die Gründungsphase zur Verfügung steht.

Über das documenta Institut

Das documenta Institut entsteht in Kooperation zwischen dem Land Hessen, der Stadt Kassel, der documenta und Museum Fridericianum gGmbH sowie der Universität Kassel mit der Kunsthochschule unter finanzieller Beteiligung für das Bauvorhaben durch die Beauftragte für Kultur und Medien beim Bund.

Ausgangspunkt für das documenta Institut sind die Bestände des documenta archivs, das zu einem außeruniversitären Forschungsinstitut weiterentwickelt wird. Das documenta archiv wurde 1961 von Arnold Bode ins Leben gerufen und widmet sich der Archivierung, Dokumentation und wissenschaftlichen Bearbeitung von Text- und Bildquellen zur modernen und zeitgenössischen Kunst, insbesondere zu den seit 1955 stattfindenden documenta Ausstellungen. Neben den documenta Unterlagen sind umfangreiche Presse-, Bild- und audiovisuelle Mediensammlungen, eine singuläre Kunstbibliothek sowie einschlägige Vor- und Nachlässe Teil des Bestandes.

Das documenta Institut wird zunächst unter dem Dach der documenta und Museum Fridericianum gGmbH gegründet und soll die auf die documenta und das internationale Ausstellungswesen bezogene Forschung transdisziplinär anregen, betreiben, fortentwickeln sowie öffentlich sichtbar machen.

Beitragsbild: ©documenta, Heinz Bude Pressekonferenz Foto Nicolas Wefers