Pressemeldung/Stellungnahme

Das documenta forum, Kassel, zeigt sich hoch erfreut über die Einigung zwischen dem Künstler Olu Oguibe und der Stadt Kassel

Das documenta forum, Kassel, zeigt sich hoch erfreut über die Einigung zwischen dem Künstler Olu Oguibe und der Stadt Kassel. Durch diesen Kompromiss zum Standort bleibt das „Fremdlinge und Flüchtlinge Monument“ für Kassel erhalten. Die Spender und Unterstützer des Kunstwerkes sind für ihr Engagement belohnt und die Stadtgesellschaft um ein documenta Kunstwerk reicher. Die Diskussion um Form und Inhalt war wichtig und wird auch in Zukunft die documenta begleiten.

Die Außenwirkung des Kompromisses kann den entstandenen Imageschaden wieder gut machen. Bleibt zu hoffen, dass alle Verantwortlichen aus diesem Vorgang lernen und sich der großen internationalen Verantwortung einer documenta Stadt Kassel stets bewusst sind.

11.10. 2018
für den Vorstand des documenta forums
Jörg Sperling

Brief an die Verantwortlichen …

Sehr geehrter Herr Minister Rhein,
sehr geehrter Herr Finanzstaatssekretär Dr. Worms,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Geselle,
sehr geehrte Frau Stadträtin Völker,
sehr geehrter Herr Stadtrat Nolda.

10.10.2018 Das documenta forum Kassel und seine Mitglieder sind sehr besorgt über die gegenwärtige Entwicklung der Planungen zum documenta Institut.

Das betrifft zum Einen die Frage der inhaltlichen Konzeption und zum Anderen die Frage des Standortes.

Mit der Einrichtung der documenta Professur und den zusätzlichen drei Stellen für die Universität Kassel  gab es zunächst positive Signale. Auch die Ankündigung der Stadt, an der Konzeption zu arbeiten, unterstützte diese Perspektive.

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Das documenta forum ist bestürzt über den Abriss des „Fremdlinge und Flüchtlinge Monuments“ von Olu Oguibe

Foto: Regina Oesterling

Das documenta forum ist bestürzt über den Abriss des „Fremdlinge und Flüchtlinge Monuments“ von Olu Oguibe. Wenigstens gewehrt hat sich der Obelisk am frühen Mittwochmorgen, dem Tag der Deutschen Einheit. Vier Stunden und der Einsatz eines zusätzlichen Baggers waren notwendig, um die einzelnen Segmente voneinander zu trennen.

Den Mehrheitsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung umzusetzen ist eine formal rechtlich saubere Sache. Der Umgang mit Kunst in der sogenannten documenta Stadt ist eine andere Sache. Hier hätten sich die Spender und Befürworter dieses Mahnmals für die Aufnahme Geflüchteter eine größere Unterstützung und eine engagiertere Suche nach einer Lösung aus der Stadtpolitik gewünscht. Schließlich hatte Olu Oguibe schon im Frühjahr 2018 den Standort für unverhandelbar erklärt.

Nach dem Aus für das Kulturzelt, dem ignoranten Umgang mit anderen documenta Kunstwerken in der Vergangenheit (Kirkeby, Lange, Beuys, Jenny Holzer) nun auch noch die Vertreibung des ausschließlich mit Spendengeldern finanzierten Obelisken. Dies alles beschädigt das Ansehen der documenta Stadt mehr, als dass es den Politikern Recht sein kann.

Verlierer in dieser unsäglichen Auseinandersetzung ist zum Einen die Stadtgesellschaft, die nun vor den Trümmern eines Mahnmals steht. Zum Anderen die Stadt Kassel, sie wird noch lange den Imageschaden durch diese Aktion spüren.

Auf jeden Fall gilt es, die Kulturpolitik der Stadt grundsätzlich zu überdenken und auf das Niveau einer Stadt mit internationaler Bedeutung für Kunst und Kultur zu heben. Den Dialog dazu unterstützt das documenta forum gern.

01.10.2018
Der Vorstand des documenta forums, Kassel e.V.
Jörg Sperling

Das documenta forum teilt mit, dass die Skulptur Laserscape von Horst H.Baumann ab Samstag, 25.08. wieder in Betrieb geht.

Nach umfangreichen Renovierungsmaßnahmen im Zwehrenturm und aufwändigen Reinigungsarbeiten am Laser selbst, war der grüne Laser schon beim Klassikkonzert am 11.08. vor der Orangerie zu sehen. Zuletzt hatte die große Hitze der vergangenen Wochen die Inbetriebnahme verzögert, da der Laser sich bei hohen Raumtemperaturen im Zwehrenturm nach kurzer Zeit sicherheitshalber abschaltete. Rechtzeitig zur Museumsnacht wird er nun auch wieder in Richtung Herkules immer samstags nach Einbruch der Dunkelheit strahlen.

für den Vorstand des documenta forums Kassel e.V.
Jörg Sperling

Der Vorstand des documenta forums, Kassel, begrüßt den Aufruf zum Picknick für die Freiheit der Kunst in Kassel.

Am Dienstag, 7. August um 18.00 Uhr soll auf dem Opernplatz mit dem Picknick ein Zeichen für die Freiheit der Kunst in Kassel gesetzt werden. Die „documenta Stadt Kassel“ hat eine besondere Verpflichtung im Umgang mit Kunst auch im öffentlichen Raum. Es ist beruhigend zu sehen, dass viele Initiativen aus der Kunst- und Kulturszene sich dieser Verpflichtung mit einer solchen Aktion bewusst sind. Die documenta steht seit 1955 für die Freiheit der Kunst. Sie darf nicht populistischen Strömungen geopfert werden. Auf Standortentscheidungen für Kunstwerke dürfen diese Strömungen keinen Einfluss erhalten.

Das documenta forum begrüßt die Bekanntgabe der neuen Findungskommission für die künstlerische Leitung der documenta 15

Kassel, 15.07.2018 – Das documenta forum zeigt sich beruhigt über die zügige Bekanntgabe der Mitglieder der Findungskommission, die alle international mit vielfältiger Kunst- und Kulturerfahrung gefunden wurden. Eine Vorschlagsliste gab es ja bereits seit Ende 2017, die noch von der damaligen Geschäftsführerin Annette Kulenkampff vorgelegt worden ist.

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Stadtverordnetenversammlung beschließt Abbau des Obelisken bis 31. Juli dieses Jahres

Das documenta forum Kassel ist sehr besorgt über die Wirkung des beschlossenen Abrisses des „Fremdlinge und Flüchtlinge Monumentes“ von Olu Oguibe. Wir sind enttäuscht und verärgert über die Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung und können diese inhaltlich nicht nachvollziehen. Damit ist eine wesentliche Chance vertan, die documenta Stadt Kassel in der Weltöffentlichkeit im Umgang mit Kunst als vorbildlich erscheinen zu lassen. Die nationale und internationale Presse sowie die kunstinteressierte Öffentlichkeit wird in Kassel eine Stadt sehen, die, nach kontroverser Diskussion, umstrittene Kunstwerke an zentraler Stelle der Stadt nicht duldet.

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Das documenta forum und Olu Oguibe empfehlen Kompromiss: Obelisk soll vor zukünftigem documenta Institut stehen

Das documenta forum appelliert an die Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung, den gemeinschaftlichen Kompromiss-Vorschlag des Künstlers und des documenta forums zu berücksichtigen: Der Obelisk soll nach diesem Vorschlag seinen endgültigen Platz vor dem geplanten documenta Institut finden und bis zu dessen Fertigstellung auf dem Königsplatz verbleiben.

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documenta forum begrüßt Bekanntgabe von Dr. Sabine Schormann als Generaldirektorin der documenta

Kassel 25.04.2018 – Das documenta forum begrüßt die Bekanntgabe von Dr. Sabine Schormann als Generaldirektorin mit der eine lange Interimslösung vermieden wird und eine Person mit vielfältiger Kunst- und Kulturerfahrung gefunden wurde. Die vordringliche Einberufung der Findungskommission für die künstlerische Leitung der documenta 15 wird sicher noch kurzfristig in Kooperation mit Wolfgang Orthmayr, dem Interimsgeschäftsführer zu stemmen sein.

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Das documenta forum begrüßt Bekanntgabe der Interims-Geschäftsführung für die documenta

Das documenta forum in Kassel begrüßt die Bekanntgabe einer Interims-Geschäftsführung für die documenta und Museum Fridericianum gGmbH. Eine Vakanz zu verhindern ist sicher ein wichtiger Schritt auch in Bezug auf Planung der d15 im Jahr 2022.

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documenta forum begrüßt Einrichtung und Finanzierung der drei Professuren für documenta Institut

Das documenta forum in Kassel begrüßt die Entscheidung des Kunst- und Wissenschaftsministerium zur Einrichtung und Finanzierung der drei Professuren für das geplante documenta Institut.

Nun muss zügig ein Konzept nicht nur für die wissenschaftliche Forschungsarbeit, sondern auch für die darüber hinaus gehenden Aufgaben des Institutes entwickelt werden. Besonders die Interessen des bestehenden documenta Archivs, die Öffnung des Instituts in die Stadtgesellschaft zwischen den documenta Ausstellungen sind dabei zu beachten. Daraus ist dann schnell eine konkrete Raumplanung unter Berücksichtigung dieser Interessen von allen Beteiligten gemeinsam zu entwickeln. In diesem Zusammenhang muss auch der bisher geplante Standort nochmals offen unter den Beteiligten diskutiert werden.

für den Vorstand: Jörg Sperling, 1.Vorsitzender

Stellungnahme zur Schwerpunktsetzung der Kulturentwicklung und -förderung in der Stadt Kassel

Das documenta forum begrüßt die Intention der hauptamtlichen Mitglieder des Magistrats über eine Schwerpunktsetzung der Kulturentwicklung und Kulturförderung in der Stadt Kassel.

Dass jetzt das Aus für die Bewerbung angeregt wird, zeugt aber von einer irritierenden Diskontinuität in den Vorstellungen zur Kulturförderung der Stadt Kassel. Nach der teuren Verpflichtung auswärtiger Kulturberater*innen, der Inszenierung einer aufwändigen Image-Kampagne und der Installation unterschiedlicher Beteiligungsformate mit beeindruckendem Engagement vieler Akteur*innen aus einem breiten Spektrum der Kasseler Kultureinrichtungen zur Kulturhauptstadtbewerbung mit über 40 Kulturschaffenden muss das eingesparte Geld jetzt unbedingt und schnell genau dieser Gruppe eine Perspektive für die Kulturarbeit in der Stadt ermöglichen. Eine Abkehr von den bisherigen Anstrengungen und Vorbereitungen zur Kulturhauptstadtbewerbung kann aber nur nach vertiefter öffentlicher Debatte erfolgen. Begrüßenswert sind die geplante Bürgerversammlung und auch eine gezielte Anhörung der am bisherigen Prozess beteiligten Akteur*innen.

Zu den alternativ eingebrachten Zielen schlagen wir folgendes vor:

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documenta forum zum Obelisken von Olu Oguibe

Das documenta forum in Kassel nimmt zum Aufruf der Stadt zum Ankauf des Obelisken von Olu Oguibe Stellung:

Die Arbeit von Olu Oguibe zur documenta 14 in Kassel löst in der Stadtgesellschaft wie im Vorstand und bei den Mitgliedern eine kontroverse und produktive Diskussion aus. Das ist zu begrüßen. Erschreckend hingegen ist festzustellen, mit welchen Ausdrücken und Beschimpfungen der Spendenaufruf in den Medien überzogen wird. Hier fordern wir die Rückkehr zu einer offenen, konstruktiven Diskussion in der Öffentlichkeit.

Wie eine solche Kontroverse geführt wird, spiegelt stets auch den Zustand einer Kultur und Gesellschaft. Die anhaltende und vielstimmige Diskussion um dieses Kunstwerk zeigt, welche Wirkung es bereits jetzt in die Stadtgesellschaft hinein entfaltet hat. Wenn heftig über ein Kunstwerk gestritten wird, ist das bereits Bestandteil seiner Qualität. Wir haben in Kassel noch die Diskussion über Beuys‘ 7000 Steine auf dem Friedrichsplatz zur documenta 7 von 1982 in Erinnerung.

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Jörg Sperling ist neuer Vorsitzender des documenta forums

Das documenta forum in Kassel hat in seiner Mitgliederversammlung am 16.01.2018 Jörg Sperling als neuen 1.Vorsitzenden gewählt. Jörg Sperling hat in Kassel Kunst und Politik studiert und war bis 2015 Leiter der Heinrich-Schütz-Schule in Kassel. Die Nachwahl war notwendig geworden, weil der langjährige Vorsitzende Dirk Schwarze im Sommer 2017 überraschend gestorben war. Das Forum wird die Leistungen des Journalisten, Kunstkritikers und Autors Dirk Schwarze demnächst in einer besonderen Veranstaltung würdigen.

In einer ersten Stellungnahme betonte Jörg Sperling, dass es vordringliche Aufgabe des documenta forums sei, dafür einzutreten, dass die Rahmenbedingungen für die documenta als internationale und unabhängige Ausstellung gesichert werden. Hierzu werde das documenta forum in einen Informationsaustausch mit den gegenwärtigen Gesellschaftern der documenta gGmbH, dem Land Hessen, der Stadt Kassel und auch der Bundeskunststiftung eintreten.

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Finanzielles Defizit bei der documenta 14: Aufklärung und Besonnenheit

Das documenta forum tritt dafür ein, eine abschließende Bewertung der finanziellen Situation der documenta 14 in Athen und Kassel erst nach Vorlage des Berichts der Wirtschaftsprüfer vorzunehmen. Auch die Benennung der Verantwortlichen sollte erst nach Analyse der Fakten erfolgen. Jegliche Vorverurteilung könnte für die Institution documenta schädlich sein.

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Zum Tod von Dirk Schwarze

Dirk Schwarze war als Vorsitzender fast zehn Jahre lang das Gesicht des documenta-Forums. Mit großer Leidenschaft erfand er eine öffnende und erhellende Art der Vermittlung der zeitgenössischen Kunst und insbesondere der documenta. Wir haben Dirk Schwarze immer als authentisch erlebt. In klarer Gedankenstruktur vermittelte er seinen Sachverstand für die Gegenwartskunst. Dabei war er eher zurückhaltend, nie belehrend, doch auch heiter und freundlich, und gleichzeitig – wenn nötig – auch bestimmend, mit klarer Vorstellung, wo der Weg hinführen soll.

Volker Schäfer für den Vorstand