5. Oktober 2022

Stellungnahme zu den Vorwürfen gegenüber beteiligten Kollektiven und der Künstlerischen Leitung der documenta fifteen

Vorwürfe gegenüber beteiligten Kollektiven der documenta fifteen wegen angeblicher rassistischer und antisemitischer Tendenzen stehen im Raum. Teilweise nur oberflächlich recherchierte Aspekte könnten für sich genommen aber dazu dienen, die documenta als Institution und das Kuratorenteam ruangrupa zu beschädigen.

Der politisch gesellschaftliche Anspruch einer Perspektiverweiterung der documenta wurde schon bei früheren Ausstellungen heftig kritisiert. Dabei stellt gerade die documenta immer wieder eine Plattform dar, jeweils gegenwärtige künstlerische und gesellschaftliche Positionen und Haltungen zu bezeichnen und zu diskutieren.

In der gegenwärtigen öffentlichen Diskussion sollte die Reflexion der Vorwürfe einen Diskurs in Gang setzen, der internationale Konflikte, Kontroversen und Entwicklungen in den Blick nimmt. Nicht die eurozentrierte Weltsicht, sondern die internationale Weitsicht aller Positionen, Haltungen, Kulturen und Religionen werden die Weltkunstausstellung auch in der Zukunft prägen.

Keinesfalls darf die künstlerische Leitung in ihrer Gestaltungsfreiheit eingeengt oder unter Druck gesetzt werden. Das würde das erfolgreiche Konzept einer unabhängigen künstlerischen Leitung und damit die documenta nachhaltig beschädigen.17.1.2022

Der Vorstand documenta forum Kassel e.V.