Das documenta forum ist bestürzt über den Abriss des „Fremdlinge und Flüchtlinge Monuments“ von Olu Oguibe

Foto: Regina Oesterling

Das documenta forum ist bestürzt über den Abriss des „Fremdlinge und Flüchtlinge Monuments“ von Olu Oguibe. Wenigstens gewehrt hat sich der Obelisk am frühen Mittwochmorgen, dem Tag der Deutschen Einheit. Vier Stunden und der Einsatz eines zusätzlichen Baggers waren notwendig, um die einzelnen Segmente voneinander zu trennen.

Den Mehrheitsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung umzusetzen ist eine formal rechtlich saubere Sache. Der Umgang mit Kunst in der sogenannten documenta Stadt ist eine andere Sache. Hier hätten sich die Spender und Befürworter dieses Mahnmals für die Aufnahme Geflüchteter eine größere Unterstützung und eine engagiertere Suche nach einer Lösung aus der Stadtpolitik gewünscht. Schließlich hatte Olu Oguibe schon im Frühjahr 2018 den Standort für unverhandelbar erklärt.

Nach dem Aus für das Kulturzelt, dem ignoranten Umgang mit anderen documenta Kunstwerken in der Vergangenheit (Kirkeby, Lange, Beuys, Jenny Holzer) nun auch noch die Vertreibung des ausschließlich mit Spendengeldern finanzierten Obelisken. Dies alles beschädigt das Ansehen der documenta Stadt mehr, als dass es den Politikern Recht sein kann.

Verlierer in dieser unsäglichen Auseinandersetzung ist zum Einen die Stadtgesellschaft, die nun vor den Trümmern eines Mahnmals steht. Zum Anderen die Stadt Kassel, sie wird noch lange den Imageschaden durch diese Aktion spüren.

Auf jeden Fall gilt es, die Kulturpolitik der Stadt grundsätzlich zu überdenken und auf das Niveau einer Stadt mit internationaler Bedeutung für Kunst und Kultur zu heben. Den Dialog dazu unterstützt das documenta forum gern.

01.10.2018
Der Vorstand des documenta forums, Kassel e.V.
Jörg Sperling