Das documenta forum und Olu Oguibe empfehlen Kompromiss: Obelisk soll vor zukünftigem documenta Institut stehen

Das documenta forum appelliert an die Mitglieder der Stadtverordneten-Versammlung, den gemeinschaftlichen Kompromiss-Vorschlag des Künstlers und des documenta forums zu berücksichtigen: Der Obelisk soll nach diesem Vorschlag seinen endgültigen Platz vor dem geplanten documenta Institut finden und bis zu dessen Fertigstellung auf dem Königsplatz verbleiben.

Das documenta forum Kassel ist zutiefst beunruhigt über den drohenden Abriss des „Fremdlinge und Flüchtlinge Monumentes“ von Olu Oguibe. Nicht nur verlieren wir damit ein zentrales Kunstwerk der documenta 14, darüber hinaus werden die nationale und internationale Presse sowie die kunstinteressierte Öffentlichkeit die documenta Stadt Kassel als einen Ort der Intoleranz im Umgang mit kontroverser Kunst sehen wenn die Fotos vom Abriss um die Welt gehen.

Wir appellieren an die Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung, die Ablehnung des Angebotes von Olu Oguibe, den Obelisken für einen deutlich niedrigeren Kaufpreis auf dem Königsplatz zu belassen, zu revidieren. Das letzte Angebot des Künstlers an die Verantwortlichen in der Stadt, den Obelisken vor das geplante documenta Institut zu setzen und bis zu dessen Fertigstellung eine Duldung auf dem Königsplatz zu erreichen, ist wohl bisher nicht berücksichtigt worden.

Die Stadtverordnetenversammlung würde mit der Ablehnung die Kommentator/innen der nationalen und internationalen Presse bestätigen, die bereits jetzt beklagen, dass dieser Umgang mit einem Kunstwerk der documenta Stadt Kassel nicht gut zu Gesicht steht. Es gäbe am Ende doch Gewinner und Verlierer in diesem Streit. Die Spender wären enttäuscht über den Verlust und die Gegner werden jubeln über den Abriss. Oguibe hat mit seinem Obelisken Befürworter und Gegner gleichermaßen erreichen wollen. Dies wird nicht mehr möglich sein. Die von dem Kunstwerk in der Stadtgesellschaft ausgelöste kontroverse Diskussion um Inhalt, Form und Ort des Obelisken war im Sinn des Künstlers, wie er immer betont hat.

Alle, die sich in sachlicher Weise mit Pro und Contra Argumenten beteiligt haben, verdienen großen Resepkt. Doch mit dem Abbau des Obelisken würde auch die von ihm ausgelöste Diskussion über die Aussagen zur Menschlichkeit im Umgang mit Geflüchteten verstummen. Wenn der Obelisk nun abgebaut wird, wird auch die Diskussion über die Aussagen zur Menschlichkeit im Umgang mit Geflüchteten verstummen.

Daher plädieren wir für den Erhalt des Kunstwerks vor dem geplanten documenta Institut.

08.06.2018

Für das documenta forum Kassel e.V.

Jörg Sperling, Tel.: 01788806300