Eine neue Neue Galerie? Das documenta forum plädiert für ein Museum der Moderne

Neue-Galerie; Foto Jörn Budesheim

Eine neue Neue-Galerie? Foto Jörn Budesheim

Gerade feiert die Neue Galerie ihre Wiedereröffnung nach der documenta 14. Der richtige Zeitpunkt, eine öffentliche Debatte über ihre zukünftige Konzeption zu führen. In der Printausgabe der HNA vom 14.02.2018 legt Mark-Christian von Busse ausführlich dar, welche Vorschläge das documenta forum und sein Vorstand Jörg Sperling für eine Neuausrichtung der Neuen Galerie in die zu führende Debatte einbringen.

Kassel fehlt ein Museum, das sich allein der Kunst des 20. und 21. Jahr­hunderts widmet: Nach Ansicht Jörg Sperlings ist die Neue Galerie “der geeignete Ort, um die Kunst der Modeme zu zeigen und insbesondere die Geschichte der documen­ta-Ausstellungen anhand der Ankäufe der jeweiligen Weltkunstaus­stellungen zu präsentieren.” Das documenta forum spricht sich in dem Artikel aus für mehr wechselnde Schwerpunkte, statt statischer Hängung sowie unkonventionellere Wege der Präsentation. Vorgeschlagen wird auch eine andere Ankaufspolitik: “Statt eines Werks wie das Boot ,Dream” von Romuald Hazou­me, ein Publikumsliebling der d12 im Jahr 2007, das wie das Beuys-Rudel einen ganzen Raum fülle, sei museal besser zu präsentierende, kleinere und bezahlbare Kunst zu be­vorzugen.”

Kooperation zwischen dem Fri­dericianum und Neuer Galerie

Bedeutsam ist dafür eine enge Kooperation zwischen dem Fri­dericianum und Neuer Galerie: “Für ak­tuelle Kunst zwischen den do­cumenta-Ausstellungen sei die Kunsthalle da, für die museale Präsentation der documenta­ Erwerbungen das Museum an der Schönen Aussicht”, so Sperling.

Der Direktor der Museumslandschaft Hes­sen Kassel Prof. Dr. Bernd Küs­ter ist Ende Januar in den Ruhestand ge­gangen. Er stand für eine andere Position und pochte stets darauf, in der Neuen Galerie die Ge­schichte der Kasseler Kunstakademie im 19. Jahrhundert und die städtische Kunstsamm­lung zu präsentieren.

Nun muss sich der Nachfol­ger von Bernd Küs­ter der Gothaer Stiftungsdi­rektor Prof. Dr. Martin Eberle, “den Vorstellungen des docu­menta-Forums stellen”, wie Mark-Christian von Busse schreibt.