documenta forum zum Obelisken von Olu Oguibe

Das documenta forum in Kassel nimmt zum Aufruf der Stadt zum Ankauf des Obelisken von Olu Oguibe Stellung:

Die Arbeit von Olu Oguibe zur documenta 14 in Kassel löst in der Stadtgesellschaft wie im Vorstand und bei den Mitgliedern eine kontroverse und produktive Diskussion aus. Das ist zu begrüßen. Erschreckend hingegen ist festzustellen, mit welchen Ausdrücken und Beschimpfungen der Spendenaufruf in den Medien überzogen wird. Hier fordern wir die Rückkehr zu einer offenen, konstruktiven Diskussion in der Öffentlichkeit.

Wie eine solche Kontroverse geführt wird, spiegelt stets auch den Zustand einer Kultur und Gesellschaft. Die anhaltende und vielstimmige Diskussion um dieses Kunstwerk zeigt, welche Wirkung es bereits jetzt in die Stadtgesellschaft hinein entfaltet hat. Wenn heftig über ein Kunstwerk gestritten wird, ist das bereits Bestandteil seiner Qualität. Wir haben in Kassel noch die Diskussion über Beuys‘ 7000 Steine auf dem Friedrichsplatz zur documenta 7 von 1982 in Erinnerung.

Der documenta-Beitrag von Olu Oguibe bietet viel Raum zur Diskussion: Die kontroversen Themen von deutscher und europäischer Migration, von Empathie und Mitmenschlichkeit, die Wirkung des Bibelzitates, die Art der Ausführung des Obelisken, der Standort am Übergang von Innenstadt und Nordstadt und die Geschichte und Symbolik von Obelisken sind ein Beispiel für seine Wirkung. Es ist gute Tradition in Kassel, nach der jeweiligen documenta ein Kunstwerk für den öffentlichen Raum anzukaufen. Das finanzielle Engagement der Bürgerschaft war und ist die Voraussetzung für einen solchen Ankauf.

Vor dem Hintergrund dieser produktiven Kontroverse sollte der Obelisk von Olu Oguibe mit Hilfe der Spenden der Bürgerschaft angeschafft werden.

26.01.2018 für den Vorstand: Jörg Sperling, 1.Vorsitzender

Foto: Jörn Budesheim