Autorenarchiv

MHK – Provenienz-Forscher untersucht Städtische Kunstsammlung

Ein wichtiger Aspekt der documenta 14 war die Schärfung unseres “historischen Bewusstseins”. Dabei ging es zum Beispiel um die deutsch-griechische Geschichte, aber auch um die Historie der documenta selbst und um das Thema Raubkunst. Man denke an das Projekt der Künstlerin Maria Eichhorn in der neuen Galerie oder auch den ursprünglichen Plan der Kuratoren, auf der documenta die Gurlitt-Sammlung zu zeigen.

Auch das Gemälde »Die Tempelruinen von Selinunt« von August Bromeis wird auf seine Profenienz untersucht. Quelle: Museumslandschaft Hessen Kassel

Auch das Gemälde »Die Tempelruinen von Selinunt« von August Bromeis wird auf seine Provenienz untersucht. Quelle: Museumslandschaft Hessen Kassel

Provenienz-Forschung gab es natürlich auch schon vor 2017 und der documenta 14. Doch dank der Strahlkraft der Ausstellung wurde das Thema in einer breiteren Öffentlichkeit verstärkt wahrgenommen und in seiner weitreichenden Bedeutung erkannt und diskutiert. 

Städtischen Kunstsammlung wird auf “NS-verfolgungsbedingten Entzug” untersucht

Die Museumslandschaft Hessen Kassel beschäftigt bereits seit 2018 einen wissenschaftlichen Mitarbeiter in der Provenienz-Forschung – gefördert durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg, die Stadt Kassel sowie das Land Hessen. Untersucht wird die Eigentumshistorie der Objekte der Städtischen Kunstsammlung auf NS-verfolgungsbedingten Entzug. Diese wichtige Stelle wurde nun auf weitere zwei Jahre verlängert. 

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Jour fixe am 17.06.2019 Gast: Dr. Dirk Pörschmann, Direktor Sepulkralmuseum

Regina Oesterling

Liebe Kulturfreundinnen und -freunde,

im Mai und Juni haben wir ja immer viele Gelegenheiten uns zu sehen, eine Fülle an Terminen liegt schon wieder hinter uns. Da ist es gar nicht schlimm, dass unser Jour fixe durch den Pfingstmontag mal eine Woche später stattfindet.

Schon seit Januar 2018 hat das Sepulkralmuseum eine neue Leitung, Dr. Dirk Pörschmann hat die Stelle des Direktors übernommen. Nicht nur, dass er bereits in Kassel wohnte und auch schon gearbeitet hatte, er also sein Lebensumfeld „abrunden“ konnte. Nein, man kann mittlerweile auch sagen, dass sich da was gefunden hat. Dr. Pörschmann ist angekommen, im Museum, im Team, im Thema. Und das merkt man dem Museum an, vieles wird jetzt angestoßen. Umso mehr freuen wir uns Dr. Pörschmann näher kennen zu lernen, ihn als Gast zu begrüßen. Seine Ideen, Planungen, Erfahrungen der ersten 1 ½ Jahre wird er uns

am 17. Juni 2019 um 19.30 Uhr
im Stadtteilzentrum West in der Elfbuchenbuchenstr. 3

vorstellen und zeigen, wie lebendig ein Museum sein kann, das sich mit dem Thema Tod beschäftigt.

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Symposium “Sind wir wirklich nie modern gewesen? Bauhaus und documenta in Wahlverwandtschaft”

vom 14. bis 15. Juni findet das öffentliche Symposium “Sind wir wirklich nie modern gewesen? Bauhaus und documenta in Wahlverwandtschaft” im Hörsaal der Kunsthochschule Kassel statt.

In insgesamt fünf Abschnitten stellt sich das Symposium der Frage nach dem Verhältnis von Bauhaus, documenta und Moderne. Es beschäftigt sich dabei mit den impliziten Modernitätsnarrativen von Bauhaus und documenta. Woher kommen die beiden miteinander verwobenen Narrative, welche Heimsuchungen haben sie erlitten, mit welchen anderen haben sie sich verbunden und welche Fäden wurden daraus gesponnen?

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Fridericianum, Kassel: Lucas Arruda „Deserto-Modelo“ | Ron Nagle „Euphoric Recall“

Fridericianum, Kassel: Lucas Arruda „Deserto-Modelo“, Ron Nagle „Euphoric Recall“
6. Juni bis 8. September 2019
Eröffnung: Mittwoch, 5. Juni 2019, 19 Uhr

Die Ausstellungen „Deserto-Modelo“ von Lucas Arruda und „Euphoric Recall“ von Ron Nagle markieren den Programmbeginn des neuen Fridericianum-Direktors Moritz Wesseler. Mit Lucas Arruda und Ron Nagle werden zwei Künstler vorgestellt, die für sehr unterschiedliche Aspekte der gegenwärtigen Kunstproduktion stehen und sich zugleich in verschiedenen Phasen innerhalb der Entwicklung ihrer künstlerisch-gedanklichen Sprache befinden.

Lucas Arruda: Untitled (Deserto-Modelo), 2014, © Lucas Arruda, Courtesy of Mendes Wood DM and David Zwirner, Foto / Photo: Everton Ballardin

Während Arruda als Maler arbeitet, aus Südamerika stammt und mit Mitte dreißig bereits ein bemerkenswert klares Werk formuliert hat, das aktuell am Beginn der internationalen Wahrnehmung steht, betätigt sich Nagle als Plastiker, hat seine Wurzeln in Nordamerika und kann mit einem sechs Jahrzehnte umspannenden und konsistenten Werk als Meister seines Metiers angesehen werden. Dabei ist beiden Künstlern die leidenschaftlich-obsessive Konzentration auf ihre Themenfelder und Werkbereiche gemein, die die Basis für die Singularität ihres Schaffens bildet.

Auf die Präsentationen von Arruda und Nagle folgen im Oktober 2019 eine umfangreiche Werkschau der 1986 geborenen, mit zeitbasierten Medien und Skulptur arbeitenden Künstlerin Rachel Rose sowie im Februar 2020 die seit über dreißig Jahren größte europäische Ausstellung über das Schaffen des 1977 verstorbenen Malers Forrest Bess. Somit rückt Moritz Wesseler im Rahmen seiner Programmatik für das Fridericianum zum einen Künstlerinnen und Künstler in den Fokus, denen in Deutschland institutionell bislang noch keine Plattform geboten wurde, und bietet zum anderen die Möglichkeit, historische Positionen wiederzuentdecken, die lange Zeit keine Sichtbarkeit hatten, obwohl sie für die aktuellen Diskurse eine große Relevanz aufweisen.  Diesen Beitrag weiterlesen »

Horst H. Baumann, der Vater des Kasseler Lasers ist tot

Foto: Jörg Sperling Documenta-Künstler Horst H. Baumann

Documenta-Künstler Horst H. Baumann (Foto: Jörg Sperling)

Der Künstler Horst H. Baumann ist gestorben. Er war auf besondere Weise mit Kassel verbunden: für die Documenta 6 (1977) schuf er die erste permanente Laserskulptur der Welt. Heute gehört der „Laserscape“ zum Stadtbild Kassels und wird auch künftig an Baumann erinnern.

Über Umwege zur Kunst

Baumann wurde 1934 in Aachen geboren. Sein Weg zur Kunst war nicht geradlig: Zunächst studierte er Hüttentechnik, später Pädagogik und schließlich Philosophie und Medien. Seit 1957 – er war gerade Anfang 20 –  arbeitete Baumann als Fotograf und Designer. Er verkaufte seine Bilder an Zeitschriften, zum Beispiel an das bekannte Magazin “Twen”. Als Fotograf “entdeckte” er schließlich seine Faszination für die Möglichkeiten des Lichts selbst.

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KULTURPOLITISCHES FORUM | documenta-institut: Ziele, Struktur, Standort

Am Donnerstag, 13. Juni 2019, 19:30 Uhr findet in der GRIMMWELT Kassel (Weinbergstraße 21) eine Diskussionsrunde zum geplanten documenta institut in Kassel statt. Veranstaltet wird die Diskussion von “Der Runde Tisch – Kasseler Kulturgesellschaften”. Der Runde Tisch ist ein freiwilliger Zusammenschluss von derzeit ca. 40 Kulturgesellschaften bzw. Vereinen aus der Stadt Kassel und der Region.

 

 

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Museumsnacht 2019: documenta forum im Bodesaal – “geöffnet”

Zum Ausklang eines Kasseler Sommers gehört im September jeden Jahres traditionell die Museumsnacht. Im Jahr 2019 werden am Samstag, 7. September, die Türen der Museen, Galerien und kulturellen Institutionen bereits zum 17. Mal bis tief in die Nacht weit geöffnet sein. Wir vom documenta forum freuen uns unsere Gäste im Bodesaal des Hugenottenhauses begrüßen zu dürfen.

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Jour fixe am 13.5.2019 in der Ausstellung “freie Zimmer” im Hugenottenhaus

Liebe Mitglieder, diesmal haben wir etwas Besonderes vor, wir möchten gerne zu einem aktiven Jour fixe einladen, exklusiv für unsere Mitglieder. Wir treffen uns am Montag, 13. Mai 2019 um 18.30 Uhr am Hugenottenhaus in der Friedrichsstr. 25!

Wie sicherlich alle in der Presse mitbekommen haben wurde letztes Wochenende, am Freitag, dem 3. Mai 2019 im ehemaligen documenta 13-Standort Hugenottenhaus die Ausstellung „freie Zimmer“ eröffnet. Die Ausstellung wurde von dem Künstlerpaar Silvia und Lutz Freyer initiiert, organisiert und kuratiert und ist eine Weiterentwicklung der Ausstellungen „neue enden“ im Kasseler Kunstverein in 2015 und „neue enden II“ im Gerson Höger Kunstraum in Hamburg in 2016. Lutz Freyer ist außerdem Mitglied unseres Vorstands, die Ausstellung wird durch das documenta forum unterstützt.

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Jour fixe am 08.4.2019 offener Austausch zum Thema “documenta Institut”

Liebe Freundinnen und Freunde der documenta, unseren Mitgliedern und dem Vorstand ist es immer wichtig gewesen das documenta archiv zu fördern und in seinen Aufgaben zu unterstützen. Umso genauer interessieren wir uns natürlich für den Werdegang des geplanten documenta Instituts, dessen Herz dieses Archiv ist. Dazu hatte der Vorstand schon verschiedene Gespräche mit den Beteiligten.

Aufgaben, Struktur und Standort des Instituts sollen in einem offenen Austausch unter den Mitgliedern diskutiert werden. Darum freuen wir uns sehr den nächsten Jour fixe diesem Thema zu widmen und laden ein unser Wissen und unsere Ideen am 8. April 2019 um 19.30 Uhr im Stadtteilzentrum West in der Elfbuchenbuchenstr. 3 zum Thema einzubringen.

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Jour fixe am 11.03.2019 Gast: Frau Dr. Schormann, Generaldirektorin der documenta gGmbH

Wir laden ein, am 11. März 2019 um 19.30 Uhr im Stadtteilzentrum West, Elfbuchenbuchenstr. 3, und freuen uns sehr auf unseren Gast, Frau Dr. Schormann, die Generaldirektorin der documenta gGmbH. Offiziell hat sie zum 1. November 2018 ihre Stelle angetreten. Aber schon über den ganzen letzten Sommer, in Zusammenarbeit mit dem kommissarischen Geschäftsführer Wolfgang Orthmayr, umfangreich an Vorträgen, Diskussionen, Neustrukturierungen in der gGmbH und Vorbereitungen zur d15 teilgenommen.

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Jour fixe am 11.02.2019 Gäste: Tamara Bodden und Paul Reszke

Liebe Mitglieder des documenta forums, endlich wird es langsam wieder heller, abends ist es schon deutlich zu merken, dass wir auf das Frühjahr zugehen. Und auch der Termin der Mitteilung, wer die documenta 15 leiten wird, rückt näher, die Spannung steigt. Überbrücken können wir die Wartezeit mit unserem nächsten Jour fixe, zu dem wir ganz herzlich einladen am 11. Februar 2019 um 19.30 Uhr im Stadtteilzentrum West in der Elfbuchenbuchenstr. 3.

Als Gäste begrüßen wir Tamara Bodden und Paul Reszke, die zum Lehrstuhl von Herrn Prof. Andreas Gardt am Institut für Germanistik gehören, der an der Konzeption des documenta Instituts mitwirkt. Sie arbeiten an Forschungsprojekten zur documenta und untersuchen die öffentliche Kommunikation im Umfeld der documenta. Ein erfahrenes documenta-Publikum, insbesondere Kasseler Bürger, sollen im Sinne des geplanten documenta Instituts aktiv in die Forschung einbezogen werden.Gegenwärtig haben sie einige vorläufige Ergebnisse vorzustellen und ein Interesse daran ein Feedback zu erhalten, die ihre weitere Forschung bereichern könnten.

Das wird sicherlich ein interessanter Abend, wie freuen uns auf eine rege Beteiligung.

“Arnold Bode – vor der documenta”

Symposium im Hörsaal der Kunsthochschule Kassel
am 16.02.2019 / 14:30- 18:30Uhr 

Eine Veranstaltung der Galerie Rasch – Kooperationspartner ist die Kunsthochschule Kassel. Andrea Linnenkohl ist beratend für das Projekt tätig. Unterstützung durch die documenta-Archiv Direktorin Dr. Birgit Jooss. Kunsthistorische Unterstützung durch Anjelika Spöth M.A. Gefördert und unterstützt durch das Kulturamt der Stadt Kassel und das documenta forum

RednerInnen Symposium: Dr. Marianne Heinz / Harald Kimpel / Angela Makowski / Frank Möller / Heiner Georgsdorf

Kassel. Das Bild – Arnold Bode (1900-1977), Notre Dame, Paris 1927, Öl auf MDF-Platte, 43 x 53cm, Signatur vorne – ist eine seltene Hinterlassenschaft des documenta-Gründers aus seinen jungen Jahren, bevor er als Künstler verfemt und als Lehrer mit Berufsverbot belegt wurde. Dieses Zeitdokument ist eng verwoben mit der Stadt Kassel, welche in ihrem Beinamen die von ihm gegründete Ausstellung führt und durch die sie eine neue Identität bekam. 
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Jour fixe am 14.01.2019 Gast: Moritz Wesseler, Direktor Fridericianums Kassel

Liebe documenta-Freundinnen und –Freunde,

so schnell ist wieder ein Jahr zu Ende. Eben noch saßen wir bei unserer weihnachtlichen Sitzung im Dezember zusammen (vielen Dank nochmal für diesen Abend mit den vielen privaten Momenten, er war sehr besonders), jetzt haben wir schon wieder das erste Januar-Wochenende hinter uns. Wir wünschen all unseren Mitgliedern ein frohes Neues Jahr mit vielen neuen Kunstereignissen, die wir hoffentlich alle bei bester Gesundheit erleben werden. Nicht mehr lange, dann wissen wir wer die d15 leiten wird, und im Mai wird schon wieder die Biennale Venedig eröffnet.

 


Zu Gast: Moritz Wesseler, Direktor Fridericianums Kassel

Aber gespannt sind wir auch auf die Eröffnung des Fridericianums unter der neuen Leitung von Moritz Wesseler. Seit dem 1. November 2018 ist er der Direktor und bereitet z.Zt. seine erste Ausstellung vor. Vielleicht können wir ihm ja schon mal ein paar kleine Informationen entlocken, denn er ist beim nächsten Jour fixe unser Gast.

Herzlich laden wir daher ein

am 14. Januar 2019 um 19.30 Uhr
im Stadtteilzentrum West in der Elfbuchenbuchenstr. 3
Moritz Wesseler in Kassel und im documenta forum willkommen zu heißen.

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Jahresbericht 2018

JANUAR

In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 16.01. wurde Jörg Sperling als neuer 1. Vorsitzender gewählt. Die Position war seit dem Tod von Dirk Schwarze vakant.

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Das documenta forum, Kassel, zeigt sich hoch erfreut über die Einigung zwischen dem Künstler Olu Oguibe und der Stadt Kassel

Das documenta forum, Kassel, zeigt sich hoch erfreut über die Einigung zwischen dem Künstler Olu Oguibe und der Stadt Kassel. Durch diesen Kompromiss zum Standort bleibt das „Fremdlinge und Flüchtlinge Monument“ für Kassel erhalten. Die Spender und Unterstützer des Kunstwerkes sind für ihr Engagement belohnt und die Stadtgesellschaft um ein documenta Kunstwerk reicher. Die Diskussion um Form und Inhalt war wichtig und wird auch in Zukunft die documenta begleiten.

Die Außenwirkung des Kompromisses kann den entstandenen Imageschaden wieder gut machen. Bleibt zu hoffen, dass alle Verantwortlichen aus diesem Vorgang lernen und sich der großen internationalen Verantwortung einer documenta Stadt Kassel stets bewusst sind.

11.10. 2018
für den Vorstand des documenta forums
Jörg Sperling

documenta forum kauft handsignierte Drucke der Arbeiten “Freibad” von Flavio Apel

Das documenta forum begrüßt zu vielen Veranstaltungen interessante Gäste aus der Kulturszene. Als kleines Dankeschön für die geschenkte Zeit werden wir einigen Gästen Arbeiten des Kasseler Künstlers Flavio Apel überreichen. Hier finden Sie ihn online: www.flavioapel.com

 

Brief an die Verantwortlichen …

Sehr geehrter Herr Minister Rhein,
sehr geehrter Herr Finanzstaatssekretär Dr. Worms,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Geselle,
sehr geehrte Frau Stadträtin Völker,
sehr geehrter Herr Stadtrat Nolda.

10.10.2018 Das documenta forum Kassel und seine Mitglieder sind sehr besorgt über die gegenwärtige Entwicklung der Planungen zum documenta Institut.

Das betrifft zum Einen die Frage der inhaltlichen Konzeption und zum Anderen die Frage des Standortes.

Mit der Einrichtung der documenta Professur und den zusätzlichen drei Stellen für die Universität Kassel  gab es zunächst positive Signale. Auch die Ankündigung der Stadt, an der Konzeption zu arbeiten, unterstützte diese Perspektive.

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Jour fixe am 15.10.2018 Gäste: Wolfgang Orthmayr und Nora Sternfeld

Liebe Mitglieder des documenta forums,

wer sich die immer vorab angekündigten Termine der Einladungen notiert hat, wusste, dass wir im Oktober aufgrund der Ferien den 15. Oktober vorgesehen hatten. Daher erfolgt auch die Einladung diesmal später. Wir treffen uns am 15. Oktober 2018 um 19.30 Uhr im Stadtteilzentrum West in der Elfbuchenbuchenstr. 3 Diesen Beitrag weiterlesen »

Nun ist er also weg vom Königsplatz, der Obelisk von Peter-Matthias Gaede 

Peter-Matthias Gaede (* 27. April 1951 in Selters) ist ein deutscher Journalist. Er war von 1994 bis 2014 Chefredakteur des Reportagemagazins GEO von Gruner + Jahr. (Wikipedia)

Bild: Peter-Matthias Gaede, links im Bild während der Museumsnacht 2016 in Kassel

Nun ist er also weg vom Königsplatz, der Obelisk. Nun ist sie also abgebaut, diese Provokation, diese Beleidigung des “gesunden Menschenverstands”, dieses fast schon Entartete, diese hohle Hässlichkeit, die ja jeder Betonfacharbeiter bauen könnte, diese Pseudo-Kunst mit ihrem unverschämten Dank der Fremden, die sich aufgenommen fühlen, obwohl sie doch Fremde sind. Dieser Beleg für alles, was man schon immer an der Lokalpolitik so schrecklich fand, wenn sie nicht gerade Schützenvereine unterstützt. Nun also haben sie endlich verloren, diese Schnösel, die sich doch tatsächlich erdreistet haben, ihr eigenes Geld für den Obelisken geben zu wollen. Nun hat, schreiben zumindest die 50, 60 chronischen Wutkommentarverfasser im Forum der HNA, das Volk gesiegt. Auch wenn es nie befragt worden ist. Nun hat angeblich die Mehrheit gesprochen, obwohl sie es nie getan hat. Nur ruhiger geblieben ist als jene, die dem Künstler Olu Oguibe auch nach dem Abbau seines Werkes noch die Krätze an den Hals wünschen. Nun ist eine unverschämte Elite in ihre Schranken verwiesen und der Königsplatz zu Kassel endlich wieder frei für Bratwurstbuden und andere Grundrechte des deutschen Bürgers mitsamt seinem Verständnis von – allerdings nie artikulierter – „wahrer Kunst“.

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Das documenta forum ist bestürzt über den Abriss des „Fremdlinge und Flüchtlinge Monuments“ von Olu Oguibe

Foto: Regina Oesterling

Das documenta forum ist bestürzt über den Abriss des „Fremdlinge und Flüchtlinge Monuments“ von Olu Oguibe. Wenigstens gewehrt hat sich der Obelisk am frühen Mittwochmorgen, dem Tag der Deutschen Einheit. Vier Stunden und der Einsatz eines zusätzlichen Baggers waren notwendig, um die einzelnen Segmente voneinander zu trennen.

Den Mehrheitsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung umzusetzen ist eine formal rechtlich saubere Sache. Der Umgang mit Kunst in der sogenannten documenta Stadt ist eine andere Sache. Hier hätten sich die Spender und Befürworter dieses Mahnmals für die Aufnahme Geflüchteter eine größere Unterstützung und eine engagiertere Suche nach einer Lösung aus der Stadtpolitik gewünscht. Schließlich hatte Olu Oguibe schon im Frühjahr 2018 den Standort für unverhandelbar erklärt.

Nach dem Aus für das Kulturzelt, dem ignoranten Umgang mit anderen documenta Kunstwerken in der Vergangenheit (Kirkeby, Lange, Beuys, Jenny Holzer) nun auch noch die Vertreibung des ausschließlich mit Spendengeldern finanzierten Obelisken. Dies alles beschädigt das Ansehen der documenta Stadt mehr, als dass es den Politikern Recht sein kann.

Verlierer in dieser unsäglichen Auseinandersetzung ist zum Einen die Stadtgesellschaft, die nun vor den Trümmern eines Mahnmals steht. Zum Anderen die Stadt Kassel, sie wird noch lange den Imageschaden durch diese Aktion spüren.

Auf jeden Fall gilt es, die Kulturpolitik der Stadt grundsätzlich zu überdenken und auf das Niveau einer Stadt mit internationaler Bedeutung für Kunst und Kultur zu heben. Den Dialog dazu unterstützt das documenta forum gern.

01.10.2018
Der Vorstand des documenta forums, Kassel e.V.
Jörg Sperling