HNA: “Künstler Olu Oguibe zum Kasseler Obelisken: Standort nicht verhandelbar”

Über den Obelisken diskutierten mit dem Publikum (v.l.n.r.) die Sozialwissenschaftlerin und d14-Kunstvermittlerin Ayse Gülec, der Künstler Lutz Freyer vom documenta-Forum, Dr. Thomas Bündgen (Moderation), der Dechant der Katholischen Kirche Kassel Harald Fischer und der Kunsthistoriker und documenta-Kenner Dr. Harald Kimpel (Foto: Gila Kolb)

Unter dem Thema „Der `Obelisk´ in der Diskussion“ luden das documenta Forum und das KulturNetz Kassel zu einem Kulturpolitischen Forum am Freitag, den 13. April in das Stadtteilzentrum Vorderer Westen, Elfbuchenstr. 3 ein. Wie zu erwarten war das Interesse an dem Thema sehr groß und es entwickelte sich eine kontroverse und lebhafte Diskussion der zahlreichen BesucherInnen.

Maik Dessauer aus der Lokalredaktion der HNA war ebenfalls vor Ort und berichtete: “Den wichtigsten Beitrag zur Debatte um den Standort des documenta-Kunstwerks von Olu Oguibe lieferte der Künstler selbst aus der Ferne. Über den Vorsitzenden des documenta-Forums Jörg Sperling kam die Nachricht, dass für Oguibe der Standort Königsplatz nicht verhandelbar sei. Damit erteilte er allen Gedankenspielen um einen alternativen Standort – etwa auf dem Goethestern oder in der Nordstadt – eine deutliche Absage.”

Auch viele Mitglieder der Kasseler AfD-Fraktion waren erschienen. Im August des vergangenen Jahres kam es – wie die HNA seinerzeit berichtete – zu einem “Eklat im Kulturausschuss um den Obelisken auf dem Kasseler Königsplatz.” Was war geschehen? “Der Kasseler AfD-Stadtverordnete Thomas Materner hat den Obelisken als „ideologisch polarisierende, entstellte Kunst“ bezeichnet.” (HNA HIER)

Der Begriff „entstellt“, der bundesweit negative Schlagzeilen machte, wurde von Thomas Materner in der Diskussion vom Freitag dann auch tatsächlich wieder bestätigt. Die Reaktionen aus dem Publikum zeigten jedoch deutlich, dass eine klare Mehrheit im Saal sich gegen Äußerungen dieser Art positionierte. Dies kommentierte die Kasseler Pädagogin und Aktivistin Ayşe Güleç; „So lange PolitikerInnen „entstellte Kunst“ sagen, brauchen wir den Obelisken.“

Gesamt-Tenor: Pro Obelisk

Der Gesamt-Tenor der Veranstaltung war – nimmt man die Beifallsstärke für die Pro-Beiträge zum Maß: Der Obelisk sollte in Kassel bleiben und zwar wie von Olu Oguibe gewünscht auf dem Königsplatz, wenn dieser das Spendenaufkommen der Kasseler Bürger akzeptiert. Laut HNA vom 05.04.2018 wurden bisher 103.201 EUR gesammelt. Quelle

Maik Dessauers Fazit in der HNA spiegelt den Verlauf der Diskussion und die Absicht der beiden Veranstalter sehr gut wieder: “Letztlich nahm eine Besucherin während der offenen Debatte noch einmal Bezug auf Oguibes Nachricht. Der Obelisk habe etwas erreicht, was es seit Beuys in Kassel nicht mehr gegeben habe: ‘Eine engagierte Diskussion über ein Kunstwerk.’” Den gesamten Artikel der HNA finden Sie HIER.

Spendenaktion

Wer für den Ankauf des Obelisken spenden möchte, kann seine Spende auf folgendes Konto überweisen: Kassel documenta Stadt IBAN: DE16 5205 0353 0000 0110 99 BIC: HELADEF1KAS

Da in dieser Spendenaktion die Absicht besteht, dass im Fall des Nichtankaufs eine Rücküberweisung des gespendeten Betrags erfolgt, bittet die Stadt um folgende Angaben: Spendenzweck: Obelisk sowie der Name des Spenders beziehungsweise der Firma und die genaue Anschrift.

[JPB GK]